Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 13 Stimmen.
The Euro-American Cinema
Mit McDonalds in Moskau und Disneyland in Paris und Tokio breitet sich die amerikanische Populärkultur rund um den Globus aus. Regionale, nationale und ethnische Kulturen werden durch die Konkurrenz amerikanischer Werte und populärer amerikanischer Formen stark beeinflusst. Diese kenntnisreiche und lebendige Studie untersucht die Ausbreitung der amerikanischen Kultur im internationalen Kino, wie sie sich in der Kollision und teilweisen Verschmelzung zweier wichtiger Filmstile widerspiegelt: dem Hollywood-Stil der Stars, Genres und Action und dem europäischen Kunstfilmstil der Zweideutigkeit, des Autorkommentars und der Anleihen bei anderen Künsten.
Peter Lev weicht vom traditionellen Ansatz der nationalen Kinogeschichte ab und erörtert einige der Mischungen, Überschneidungen und Hegemonien, die für die weltweite Filmindustrie der letzten Jahre typisch sind. Im ersten Teil gibt er einen historischen und theoretischen Überblick über das, was er als "euro-amerikanischen Kunstfilm" bezeichnet, der sich durch die prominente Verwendung der englischen Sprache, einen europäischen Kunstfilmregisseur, Darsteller und Crew aus mindestens zwei Ländern und eine stilistische Mischung aus europäischem Kunstfilm und amerikanischem Entertainment auszeichnet.
Der zweite Teil von Levs Studie untersucht fünf Beispiele des euro-amerikanischen Kunstfilms im Detail: Contempt (1963), Blow-Up (1966), The Canterbury Tales (1972), Paris, Texas (1983) und The Last Emperor (1987). Diese Fallstudien zeigen, dass der europäische Kunstfilm einen starken Einfluss auf das Weltkino hatte und dass viele euro-amerikanische Filme echte kulturelle Mischungen sind und nicht einfach vom Hollywood-Kino übernommen wurden.