Bewertung:

Das Buch untersucht den Niedergang des Fürstentums Antiochia von 1130 bis 1193 und hebt dabei die zunehmende Unabhängigkeit der lokalen Eliten von den Fürsten und ihren Kampf gegen eine vereinigte muslimische Opposition hervor. Anhand von Karten wird der Landverlust veranschaulicht und die politische Dynamik zwischen dem Fürstentum und seinen Nachbarn erörtert. Aufgrund der begrenzten Primärquellen ist es für den Autor jedoch schwierig, seine Behauptungen zu belegen.
Vorteile:Gut recherchierte Erzählung, unterstützt durch Karten, die den allmählichen Verlust von Territorium veranschaulichen. Sie bietet aufschlussreiche Diskussionen über die Beziehungen zwischen den herrschenden Eliten Antiochias und ihren Nachbarn, insbesondere über die komplexen Interaktionen mit dem Reich.
Nachteile:Es fehlen ausreichende Beweise, um einige Behauptungen vollständig zu belegen, insbesondere in Bezug auf die Finanzen und militärischen Ressourcen des Fürstentums. Das Fehlen chronologischer Quellen, die im Fürstentum verfasst wurden, schränkt eine tiefere Analyse ein und macht einige Behauptungen schwer belegbar.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
The Principality of Antioch and Its Frontiers in the Twelfth Century
Das in Nordsyrien an der östlichen Grenze der lateinischen Christenheit gelegene Fürstentum Antiochia war ein mittelalterliches Gemeinwesen, das von einer Vielzahl rivalisierender Mächte umgeben war, darunter das Byzantinische Reich, die armenischen Christen von Kilikien, die Herrscher der benachbarten islamischen Welt und sogar die anderen Kreuzfahrerstaaten, das Königreich Jerusalem und die Grafschaften Edessa und Tripolis. Zusammen mit den zahlreichen christlichen, muslimischen und jüdischen Gemeinschaften, die die Region bevölkerten, sahen sich die fränkischen Siedler von Antiochia, die zunächst durch die militärischen Erfolge des Ersten Kreuzzugs an die Macht gekommen waren, mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die ihr Überleben sicherten.
In diesem Buch wird untersucht, wie die herrschenden Eliten des Fürstentums versuchten, mit diesen konkurrierenden Interessen umzugehen, um die Existenz Antiochias während des unruhigen zwölften Jahrhunderts zu sichern, insbesondere nach dem Tod von Fürst Bohemond II. im Jahr 1130. Sein Tod trug dazu bei, das Interesse von Byzanz und des Königreichs Jerusalem neu zu wecken, und fiel in eine Zeit, in der sowohl der Islam unter den Zengiden von Aleppo und Mosul als auch die armenische Macht unter den Rupeniden wieder auflebten. Eine Untersuchung der diplomatischen und militärischen Bestrebungen Antiochias, seiner internen Machtstrukturen und seiner Interaktion mit den einheimischen Völkern kann daher viel darüber aussagen, wie sich die mittelalterlichen Lateiner an die Anforderungen ihrer Grenzen anpassten.
Andrew Buck ist außerordentlicher Dozent an der Queen Mary University of London, wo er 2014 promoviert wurde.