Bewertung:

Das Buch regt zum Nachdenken über die Beziehung zwischen Mensch und Tier in Kriegszeiten an und hebt insbesondere die oft übersehene Notlage der Tiere hervor. Während einige Leser den fesselnden Schreibstil und die gründliche Recherche lobten, fanden andere das Buch geschmacklos und schlecht ausgeführt.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und fesselnd geschrieben
⬤ aufschlussreiche Perspektive auf eine historische Periode
⬤ bietet eine einzigartige Sicht auf die Beziehung zwischen Menschen und Tieren
⬤ wissenschaftlich und doch lesbar.
⬤ Einige fanden den Text zu akademisch und klobig
⬤ eine starke Tierrechtsagenda mag nicht bei allen Lesern Anklang finden
⬤ einige fanden den Inhalt geschmacklos und meinten, man hätte ihn vergessen sollen.
(basierend auf 9 Leserbewertungen)
The Great Cat and Dog Massacre: The Real Story of World War Two's Unknown Tragedy
Die Tragödien des Zweiten Weltkriegs sind allgemein bekannt. Mindestens eine ist jedoch in Vergessenheit geraten: Im September 1939 wurden in Großbritannien vierhunderttausend Katzen und Hunde massakriert. Die Regierung, Tierärzte und Tierschutzorganisationen rieten alle von dieser Tötung ab. Warum also stellten sich Tausende britischer Bürger zur freiwilligen Euthanasie von Haustieren an?
In The Great Cat and Dog Massacre (Das große Katzen- und Hundemassaker) deckt Hilda Kean die Geschichte des Lebens - und des Todes - von Großbritanniens tierischen Begleitern während des Krieges auf und setzt diese fesselnd zusammen. Sie erklärt, dass die Angst vor drohenden Nazi-Bombardements und der Wunsch, etwas zur Vorbereitung auf den Krieg zu tun, die Briten dazu veranlasste, Verdunkelungsvorhänge zu nähen, Blumenbeete für Gemüsebeete umzugraben, ihre Kinder aufs Land zu schicken - und das Haustier der Familie zu töten, um ihnen theoretisch das Leid eines Bombenangriffs zu ersparen. Keans Erzählung ist fesselnd und entfaltet sich durch Geschichten über gemeinsame Erfahrungen mit Bombenangriffen, Lebensmitteleinschränkungen, Unterkünften und gegenseitiger Unterstützung. Schon bald wurden Haustiere zum Schlüssel für die Kriegsanstrengungen, indem sie emotionalen Beistand leisteten und den Menschen halfen, zu überleben - ein Beitrag, für den die Tiere von der Regierung anerkannt wurden.
Kean stützt sich dabei auf neue Recherchen von Tierschutzorganisationen, Staatsarchiven, Tagebüchern und Familiengeschichten und erzählt nicht nur eine fast vergessene Geschichte. Sie erschwert unser Verständnis des Zweiten Weltkriegs als „guter Krieg“, der von einer Nation „guter“ Menschen geführt wurde. Keans leicht verständliche und großzügig illustrierte Darstellung dieses vergessenen Aspekts der britischen Geschichte rückt die Tiere in den Mittelpunkt und zwingt uns, unsere Annahmen über uns selbst und die Tiere, mit denen wir unser Zuhause teilen, zu überdenken.