Das Klassische singen, das Moderne intonieren: Die postkoloniale Politik der Musik in Südindien

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Das Klassische singen, das Moderne intonieren: Die postkoloniale Politik der Musik in Südindien (J. Weidman Amanda)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch bietet eine gründliche Erkundung der klassischen indischen Musik, insbesondere der karnatischen Musik, und verbindet historische Erzählungen mit Musiktheorie. Allerdings wurde es wegen seiner Behandlung bestimmter kultureller Aspekte und angeblicher Ungenauigkeiten kritisiert.

Vorteile:

Das Buch ist gut recherchiert, in einem ansprechenden Stil geschrieben und bietet wertvolle Einblicke in die Geschichte und Entwicklung der karnatischen Musik. Es fängt faszinierende Geschichten ein und verknüpft sie mit umfassenderen Themen wie Technologie, Moderne und Tradition.

Nachteile:

Einige Rezensenten äußern Bedenken hinsichtlich der Interpretationen der tamilischen Musikterminologie durch den Autor und stellen die Genauigkeit und Darstellung wichtiger historischer Figuren und Ereignisse in Frage. Außerdem wird kritisiert, dass glaubwürdige Informationen mit Klatsch und Tratsch vermischt werden, was die Glaubwürdigkeit des Buches untergraben könnte.

(basierend auf 3 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Singing the Classical, Voicing the Modern: The Postcolonial Politics of Music in South India

Inhalt des Buches:

Die karnatische Musik, eine Form der indischen Musik, die auf dem melodischen Prinzip der Raga und den als Tala bezeichneten Zeitzyklen basiert, ist heute als klassische Musik Südindiens bekannt. Ihr Status als "klassisch" ist jedoch ein Konstrukt des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, das im Schmelztiegel der kolonialen Moderne, der nationalistischen Ideologie und der südindischen Regionalpolitik entstand.

Wie Amanda J. Weidman zeigt, musste die karnatische Musik, um als klassische Musik gelten zu können, der westlichen klassischen Musik mit ihrem Notationssystem, ihren Komponisten, Kompositionen, Konservatorien und Konzerten nachempfunden werden. Gleichzeitig musste sie aber auch unverwechselbar indisch bleiben.

Weidman argumentiert, dass diese widersprüchlichen Erfordernisse zur Entstehung einer besonderen "Politik der Stimme" führten, bei der die Stimme für Authentizität und Indizität stand. Indem sie ethnografische Beobachtungen, die sie aus ihrer Erfahrung als Studentin und Interpretin südindischer Musik gewonnen hat, mit der genauen Lektüre von Archivmaterial kombiniert, zeichnet Weidman die Entstehung dieser Politik der Stimme durch überzeugende Analysen des Verhältnisses zwischen vokalem Klang und instrumentaler Nachahmung, der Konventionen von Aufführung und Inszenierung, des Status von Frauen als Interpreten, der Debatten über Sprache und Musik und des Verhältnisses zwischen mündlicher Tradition und Technologien der Druck- und Tonwiedergabe nach.

Durch ihre nachhaltige Untersuchung der Art und Weise, wie "Stimme" als Tropen moderner Subjektivität, nationaler Identität und kultureller Authentizität herausgearbeitet wird, liefert Weidman ein Modell für das Denken über die Stimme in anthropologischen und historischen Begriffen. Dabei zeigt sie, dass die Moderne ebenso von bestimmten Vorstellungen über Mündlichkeit, Auralität und die Stimme geprägt ist wie von Regimen der Visualität.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780822336204
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2006
Seitenzahl:368

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