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Afterlife: A History of Life After Death
Das Ende des Lebens hat noch nie das Aussterben der Hoffnung bedeutet. Die Menschen haben sich schon immer nach einem Weiterleben jenseits des Horizonts der Sterblichkeit gesehnt und waren oft entsetzt darüber.
Über viele Jahrhunderte hinweg wurden verschiedene phantasievolle und manchmal makabre Ideen entwickelt, um zu erklären, was mit den Menschen nach dem Tod geschieht. Wie Philip C. Almond in seiner neuen und schwungvollen Geschichte des Jenseits zeigt, schwankten die von Visionären, Schriftstellern, Philosophen und Theologen verwendeten Bilder und Metaphern stets zwischen zwei entgegengesetzten Polen: der Auferstehung des Körpers und der Unsterblichkeit der Seele.
Diese Pendelbewegung von Ideen und Sprache spiegelt den gegensätzlichen Einfluss der hebräischen Bibel und des antiken griechischen Denkens und die oft spannungsgeladenen Begegnungen, Scharmützel und Kompromisse zwischen ihnen wider. Indem er diese Polarität erforscht und sich kühn durch Zeit und Raum bewegt, nimmt Almond seine Leser mit auf eine bemerkenswerte Reise in Welten, die sowohl Qualen als auch Freude bereiten.
Er reist zu den Ufern des Styx, wo Charon, der griesgrämige Bootsmann, einen scheidenden Geist nur dann über den Fluss befördert, wenn zuvor eine Münze als Bezahlung auf die Zunge des Leichnams gelegt wird. Er entführt uns zu den legendären Inseln der Seligen, wandelt auf dem geheiligten Boden der elysischen Felder und lotet die düsteren Tiefen des Tartaros aus, des Urkerkers der Titanen.
Die bemitleidenswerten Seelen der Verdammten verstopfen die rußgefüllten Höhlen von Luzifers Reich, während die Auserwählten ins Paradies aufsteigen. Von mittelalterlichen Ängsten um das Schicksal der von Kannibalen Verzehrten über frühneuzeitliche Vorstellungen vom Jüngsten Tag bis hin zu modernen wissenschaftlichen Erkundungen der Bereiche der Toten - diese erste umfassende Abhandlung über das Leben nach dem Tod im abendländischen Denken weckt viele reiche Vorstellungen von Himmel, Hölle, Fegefeuer und Vorhölle.