Bewertung:

Philip C. Almonds „Der Teufel: A New Biography“ bietet einen wissenschaftlichen Blick auf das Konzept des Teufels im Laufe der Geschichte, indem es theologische, kulturelle und philosophische Perspektiven miteinander verwebt. Das Buch ist keine einfache Biografie, sondern vielmehr eine Studie über die Entwicklung des Glaubens an den Teufel vom frühen Christentum bis in die Neuzeit, was es sowohl für religiöse als auch für säkulare Leser zu einer wertvollen Quelle macht.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, fesselnd und bietet einen tiefen Einblick in die Geschichte des Denkens über den „Teufel“. Es ist auch für Menschen mit säkularem Hintergrund zugänglich und präsentiert die Informationen in einer unvoreingenommenen, nicht wertenden Weise. Viele Leser fanden es faszinierend und lehrreich und schätzten die kontextbezogenen historischen Elemente und die einzigartigen Perspektiven auf das Konzept des Teufels. Es ist relativ kurz und im Vergleich zu vielen anderen akademischen Texten leichter zu verdauen.
Nachteile:Trotz seiner Stärken kann das Buch aufgrund seines akademischen Charakters als dicht und anspruchsvoll empfunden werden. Einige Leser empfanden es als repetitiv und zuweilen vergesslich. Wer eine eher erzählende Biografie des Teufels erwartet, könnte zudem enttäuscht sein, da der Schwerpunkt eher auf abstrakten philosophischen Diskussionen als auf einer geradlinigen Erzählung liegt. Einige empfanden das Buch als trocken und betonten, dass der wissenschaftliche Ansatz nicht für alle geeignet ist.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
The Devil: A New Biography
"Obwohl der Teufel in der modernen Populärkultur immer noch 'lebt', ist er in den letzten 250 Jahren zu einer Randerscheinung geworden, die das westliche intellektuelle Denken beherrscht. Die Tatsache, dass das Leben ohne ihn weder gedacht noch vorgestellt werden kann, dass er ein Teil des Alltäglichen ist, ständig in der Natur und der Geschichte präsent und in den Tiefen unseres Selbst aktiv ist, ist fast vergessen worden. Ziel dieses Werkes ist es, dem modernen Leser ein tieferes Verständnis dafür zu vermitteln, dass von den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung bis zu den jüngsten Anfängen der modernen Welt die menschliche Geschichte nicht ohne das "Leben" des Teufels erzählt und das menschliche Leben nicht ohne ihn gelebt werden konnte. Damit einher geht die tiefere Erkenntnis, dass der Kampf zwischen Gut und Böse in den Herzen und Köpfen der Männer und Frauen während des größten Teils der letzten zweitausend Jahre nur die Widerspiegelung eines kosmischen Kampfes zwischen Gott und Satan, dem Göttlichen und dem Diabolischen, war, der im Herzen der Geschichte selbst stattfand" - aus The Devil.
Luzifer, Mephistopheles, Beelzebub.
Ha-Satan oder der Widersacher.
Iblis oder Shaitan: Egal, unter welchem Namen er auftritt, der Teufel war im Laufe der Jahrhunderte und quer durch die Zivilisationen eine fesselnde und charismatische Erscheinung. Im Christentum, im Judentum und im Islam wird die vermeintliche Herrschaft Gottes seit langem durch die feurige Bosheit seines Gegners in Frage gestellt, während die rivalisierenden Kräfte des Guten und des Bösen die Seelen der Menschen in die Waagschale werfen.
In The Devil (Der Teufel) erforscht Philip C. Almond die Gestalt des leibhaftigen Bösen seit den ersten Jahrhunderten der christlichen Ära. Dabei beschreibt er den Aufstieg der Dämonologie als intellektuelle und theologische Beschäftigung, die Verfolgung von Frauen als Hexen, von denen man glaubte, dass sie mit dem Teufel und seinen Schergen verkehren, und den Rückgang des Glaubens an die Hölle und an Engel und Dämonen als körperliche Wesen als Folge der Aufklärung. Almond zeigt, dass der Fürst der Finsternis ein unwiderstehliches Thema in Geschichte, Religion, Kunst, Literatur und Kultur bleibt.
Auf brillante Weise verortet Almond das "Leben" des Teufels in der umfassenderen christlichen Geschichte, von der es untrennbar ein Teil ist.
Das "dämonische Paradox" des Teufels als Vollstrecker Gottes und zugleich als sein Feind steht im Mittelpunkt des Christentums. In die Darstellung der christlichen Geschichte des Teufels ist eine andere komplexe und komplizierte Geschichte eingewoben: die der Vorstellung vom Teufel im westlichen Denken. Zauberei, Hexerei, Besessenheit und sogar Melancholie wurden alle dem Teufel zugeschrieben. Bis die Aufklärung eine "Entzauberung" der alten Archetypen erzwang, waren selbst rationale Persönlichkeiten wie Thomas von Aquin von der Natur des Teufels und den spezifischen Eigenschaften der Dämonen- und Engelsordnungen besessen. Es war ein bedeutender Moment sowohl in der Geschichte der Dämonologie als auch in der Theologie, als Benedict de Spinoza (1632-1677) die Existenz des Teufels leugnete.
Fast vierhundert Jahre später hat die Faszination der Menschen für die Idee des Teufels noch nicht nachgelassen.