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The Smartness Mandate
Im letzten halben Jahrhundert ist Smartness - das Streben nach allgegenwärtiger Datenverarbeitung - zu einem Mandat geworden: eine neue Art der Verwaltung und Steuerung von Politik, Wirtschaft und Umwelt.
Intelligente Telefone. Intelligente Autos. Intelligente Häuser. Intelligente Städte. Das Gebot, unsere Welt angesichts immer komplexerer Herausforderungen immer intelligenter zu machen, wirft mehrere Fragen auf: Worin besteht dieser Auftrag zur Intelligenz? Wie ist er entstanden, und was sagt er über unsere sich entwickelnde Art und Weise aus, die Realität zu verstehen - und zu bewältigen? Wie ist es dazu gekommen, dass wir den Planeten und seine Bewohner in erster Linie als Instrumente zur Datenerfassung betrachten?
In The Smartness Mandate stellen Orit Halpern und Robert Mitchell die radikale These auf, dass Smartness nicht in erster Linie eine Technologie ist, sondern vielmehr eine Erkenntnistheorie. Unter diesem Blickwinkel bieten sie eine kritische Untersuchung der Praktiken, Technologien und Subjekte, auf die sich ein solches Verständnis stützt - vor allem auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Die Autoren betrachten diese nicht einfach als Techniken zur Lösung von Berechnungsproblemen, sondern vielmehr als Formen des Managements von (menschlichem und anderem) Leben im Sinne der neodarwinistischen Evolution, der verteilten Intelligenz und der Resilienz, die allesamt schwerwiegende Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Umwelt haben.
Das Smartness-Mandat stellt eine neue Form der planetarischen Governance dar, und Halpern und Mitchell versuchen, die Logik dieser scheinbar unaufhaltsamen und inzwischen eingebürgerten Forderung nach Rechenleistung zu kartieren, die Genealogie unserer Entwicklung zu beleuchten und alternative Vorstellungen von den Möglichkeiten und Potenzialen intelligenter Technologien und Infrastrukturen aufzuzeigen.