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The Tale of Genji: Translation, Canonization, and World Literature
Michael Emmerich revidiert die herkömmliche Darstellung der frühneuzeitlichen und modernen Geschichte des Genji-Märchens gründlich. Er untersucht die verschiedenen Versionen des Werks von den 1830er bis zu den 1950er Jahren und zeigt, wie Übersetzungen und die von ihnen inspirierte globale Verbreitung des Diskurses das Märchen von Genji zu einem viel gelesenen Klassiker machten.
Emmerich beginnt mit einer Analyse des aufwendig produzierten Bestsellers Nise Murasaki inaka Genji (A Fraudulent Murasaki's Bumpkin Genji, 1829-1842), einer von Ryutei Tanehiko geschriebenen und gestalteten Adaption von Genji mit Bildern des großen Grafikers Utagawa Kunisada. Er argumentiert, dass dieses Werk Genji einem populären japanischen Publikum vorstellte und eine neue Art der Lektüre schuf. Anschließend betrachtet er die Ausgaben von Inaka Genji in beweglichen Lettern von 1888 bis 1928, wobei er Trends in der Drucktechnik und im Verlagswesen mit größeren Entwicklungen in der Nationalliteratur in Verbindung bringt und zeigt, wie der einstige Bestseller obsolet wurde.
Anschließend wird das Wiederauftauchen von Genji als Klassiker auf globaler Ebene nachgezeichnet, nachdem es in den Kanon der Weltliteratur aufgenommen wurde, bevor der Text in Japan an Popularität gewann. Sie schließt damit, dass Genji während des Zweiten Weltkriegs zu einem "nationalen Klassiker" wurde, und geht auf eine wichtige Herausforderung der Nachkriegszeit ein, das Werk zu lesen, nachdem es diesen Status erlangt hatte. Durch seine anhaltende Kritik stellt Emmerich die Forschung über Japans herausragenden Klassiker auf den Kopf, während er die Theorien über Weltliteratur, Kontinuität und Gemeinschaft neu gestaltet.