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The Measure of Things: Humanism, Humility, and Mystery
Die Philosophen des Westens wie des Ostens sind seit langem gespalten zwischen Humanisten, für die der Mensch das Maß der Dinge ist, und ihren Gegnern, die behaupten, es gebe eine prinzipiell erkennbare und beschreibbare Art und Weise, wie die Welt ohnehin ist, unabhängig von menschlichen Perspektiven und Interessen.
In den ersten Kapiteln von Das Maß der Dinge wird die Entwicklung des Humanismus vom Mittelalter über die Renaissance, die Aufklärung und die Romantik bis hin zu seiner ausgefeiltesten Form, dem existenziellen Humanismus des zwanzigsten Jahrhunderts, dargestellt. Cooper identifiziert diese endgültige Position nicht mit der eines bestimmten Philosophen, obwohl sie eng mit den Positionen von Heidegger, Merleau-Ponty und dem späteren Wittgenstein verbunden ist. Zu den früheren Vertretern gehören Wilhelm von Ockham, Kant, Herder, Nietzsche und William James.
Nachdem Cooper die Versuche der zeitgenössischen Verfechter eines bescheidenen oder nicht-metaphysischen Realismus zurückgewiesen hat, den Gegensatz zwischen dem Humanismus und seinem absolutistischen Rivalen aufzulösen, geht er zu einer Beurteilung dieser Rivalität über. Angeregt durch die allgegenwärtige Rhetorik der Hybris, die die Rivalen gegeneinander richten, argumentiert er auf originelle Weise, dass sich die rivalisierenden Positionen tatsächlich eines Mangels an Demut schuldig gemacht haben. Absolutisten - ob Verfechter des Gegebenen oder wissenschaftliche Realisten - überschätzen unsere Fähigkeit, aus unserer engagierten Perspektive zu einer objektiven Darstellung der Welt aufzusteigen. Humanisten hingegen übertreiben unsere Fähigkeit, ohne ein Gefühl der Unterwerfung unter ein von unseren eigenen Perspektiven unabhängiges Maß zu leben.
Der einzige Ausweg aus der Sackgasse, in die man gerät, wenn man sowohl den Humanismus als auch den Absolutismus ablehnt, liegt in einer Lehre des Geheimnisses, so Cooper. Es gibt eine vom menschlichen Beitrag unabhängige Realität, die aber notwendigerweise unaussprechlich ist. In den letzten Kapiteln verteidigt Cooper den Begriff des Mysteriums, indem er sich auf neue Weise auf die buddhistische Vorstellung von der Leere und auf Heideggers spätere Schriften stützt. Er grenzt die Lehre vom Mysterium von der des transzendentalen Idealismus ab und schlägt vor, dass wir nur durch die Wertschätzung des Mysteriums Maß und Rechtfertigung für unsere Überzeugungen und unser Verhalten finden können.