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The Moral Triangle: Germans, Israelis, Palestinians
Berlin beherbergt die größte palästinensische Diasporagemeinde Europas und eine der größten israelischen Diasporagemeinden der Welt. Deutschlands Schuldgefühle wegen des nationalsozialistischen Holocausts haben dazu geführt, dass sich die Öffentlichkeit vom Antisemitismus distanziert und den israelischen Staat stark unterstützt.
Gleichzeitig berichten Palästinenser in Berlin, dass sie zunehmend Rassismus und Islamophobie erleben. In The Moral Triangle stützen sich Sa'ed Atshan und Katharina Galor auf ethnografische Feldforschung und Interviews mit Israelis, Palästinensern und Deutschen in Berlin, um diese asymmetrischen Beziehungen im Kontext der offiziellen deutschen Politik, des öffentlichen Diskurses und der privaten Sphäre zu untersuchen. Sie zeigen, wie diese Beziehungen aus Erzählungen über moralische Verantwortung, den Holocaust, den israelisch-palästinensischen Konflikt und die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten in Deutschland resultieren.
Sie weisen auch auf Räume für Aktivismus und Solidarität zwischen Deutschen, Israelis und Palästinensern in Berlin hin, die dazu beitragen können, wiederherstellende Gerechtigkeit zu fördern und vielfältige Formen von Traumata zu berücksichtigen. Indem sie die Erfahrungen, Erinnerungen und Hoffnungen ihrer Gesprächspartner in den Mittelpunkt stellen, zeigen Atshan und Galor die vielfältigen Möglichkeiten auf, wie Migration, Trauma und zeitgenössische staatliche Politik untrennbar miteinander verbunden sind.