Bewertung:

In „Defending the National Interest“ definiert Krasner den Begriff des nationalen Interesses empirisch neu und konzentriert sich dabei auf die Präferenzen der amerikanischen Entscheidungsträger. Sein historischer Fallstudienansatz zeigt konsistente Interessen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Schlüsselrohstoffen in der US-Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Der Dialog mit den gegensätzlichen Ansichten von G. William Domhoff verleiht der Diskussion zusätzliche Tiefe.
Vorteile:⬤ Empirische Definition des nationalen Interesses auf der Grundlage der Präferenzen von Entscheidungsträgern
⬤ gut geeignete historische Fallstudienmethode, die konsistente politische Interessen aufdeckt
⬤ der Dialog mit einem anderen Wissenschaftler erhöht das Verständnis.
Potenzielle Übervereinfachung des Konzepts des nationalen Interesses; Meinungsverschiedenheiten mit Domhoff können dazu führen, dass der Leser Klarheit über die gegensätzlichen Standpunkte sucht.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Defending the National Interest: Raw Materials Investments and U.S. Foreign Policy
Stephen Krasner geht von einer Unterscheidung zwischen Staat und Gesellschaft aus und argumentiert damit für die Überlegenheit einer etatistischen Interpretation der amerikanischen Außenpolitik.
Hier stellt er die beiden vorherrschenden und rivalisierenden Interpretationen der Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft in Frage: den Interessengruppen-Liberalismus und den Marxismus. Er behauptet, dass der Staat eine autonome Einheit ist, die im Namen des nationalen Interesses handelt, und dass staatliches Verhalten nicht durch Gruppen- oder Klasseninteressen erklärt werden kann.
Auf der Grundlage von fünfzehn Fallstudien, die aus umfangreichen öffentlichen Aufzeichnungen und veröffentlichter Literatur über die amerikanische Rohstoffpolitik im zwanzigsten Jahrhundert stammen, liefert Professor Krasner empirische Substanz für die Debatte über die Bedeutung des "nationalen Interesses", die Bedeutung der bürokratischen Politik und den Einfluss der Wirtschaft auf die amerikanische Außenpolitik.