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The Oxford Handbook of Care in Music Education
Der Begriff der Fürsorge wird im Kontext der Musikpädagogik bisweilen missverstanden - er wird einfach mit Freundlichkeit gleichgesetzt oder mit herabgesetzten Erwartungen assoziiert - und wird oft abgetan, ohne seinen vollen Wert für das Musiklernen zu berücksichtigen. Betrachtet man das Konzept der Fürsorge aus einer Schüler-"Defizit"-Perspektive, kann es unnötiges Mitleid oder ein Gefühl der Rettung hervorrufen, wodurch Lehrende und Lernende in ein Überlegenheits-/Minderwertigkeitsverhältnis versetzt werden, das für beide Seiten ungesund und wenig hilfreich sein kann.
Darüber hinaus betonen viele wohlmeinende Betreuungsansätze eine unidirektionale Beziehung zwischen Lehrer und Schüler und lassen die Art und Weise außer Acht, in der auch ein Lehrer weiter lernt und sich entwickelt. Eine stärkere Konzeptualisierung von Fürsorge in der Musikpädagogik beinhaltet das Teilen - das Teilen von Erfahrung, Leidenschaft, Begeisterung, Zielen und Menschsein. Das "Oxford Handbook of Care in Music Education" befasst sich mit der Art und Weise, wie Musiklehrer und Schüler als Mitlernende interagieren und durch gemeinsames Musizieren authentische Beziehungen zueinander aufbauen.
Die in diesem Handbuch behandelten Konzepte der Fürsorge entstammen den Philosophien der Beziehung, der feministischen Ethik, der musikalischen Sinnhaftigkeit und des mitfühlenden Musikunterrichts. Diese Aufsätze heben das Wesen authentischer Beziehungen und gemeinsamer Erfahrungen zwischen Lehrenden und Lernenden hervor und erweitern frühere Konzepte der Betreuung, um den Bedürfnissen heutiger Musiklernender und der Lehrenden, die sich um sie, über sie und mit ihnen kümmern, gerecht zu werden.