Bewertung:

Das Buch befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaft und Theologie, insbesondere mit der Frage, warum Menschen sich gezwungen fühlen, an Götter zu glauben. Während es wissenschaftliche Einblicke in die neurologischen Grundlagen des Glaubens bietet, bemängeln einige Leser eine Voreingenommenheit gegenüber dem religiösen Glauben und einen langweiligen Schreibstil. Insgesamt sind die Meinungen geteilt: Einige loben die zum Nachdenken anregende Art des Buches, andere kritisieren die Darstellung und die Annahmen.
Vorteile:⬤ Fesselnde Erforschung der Neurowissenschaften hinter dem Glauben
⬤ anregende und wissenschaftlich fundierte Argumente
⬤ bietet Einblicke in den Zwang zu glauben
⬤ faszinierende Darstellung der Rolle des Gehirns bei mystischen Erfahrungen.
⬤ Wahrgenommene Voreingenommenheit gegenüber religiösem Glauben
⬤ ermüdender und übermäßig akademischer Schreibstil
⬤ einige Leser empfinden den Autor als arrogant
⬤ andere finden die Argumente wiederholend und unoriginell.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
The Phantom God: What Neuroscience Reveals about the Compulsion to Believe
Hat die Neurowissenschaft etwas über den religiösen Glauben oder die Existenz Gottes zu sagen? Einige haben versucht, diese Frage zu beantworten, aber die meisten haben sich dabei von der wissenschaftlichen Methode entfernt. In The Phantom God geht der Computerbiologe und Neurowissenschaftler John C.
Wathey, Ph. D., dieses Problem frontal an, indem er religiöse Gefühle nicht als direkte Wahrnehmung eines übernatürlichen Bereichs durch das Gehirn oder als pathologische Fehlzündung von Neuronen betrachtet, sondern als natürliche Folge der Beschaffenheit unseres Gehirns. Im Gegensatz zu anderen neurobiologischen Studien über Religion und Spiritualität behandelt The Phantom God die Mystik nicht als etwas einzigartig Menschliches und möglicherweise Übernatürliches, sondern als ein völlig natürliches Phänomen, das verhaltensmäßige und evolutionäre Wurzeln hat, die sich bis weit in unsere Wirbeltiervorfahren zurückverfolgen lassen.
Auf der Grundlage der Evolutions- und Verhaltensbiologie nimmt dieses höchst originelle und fesselnde Buch den Leser mit auf eine Reise durch die neuronalen Schaltkreise des Weinens, des angeborenen Wissens, des Verstärkungslernens, der emotionalen Bindung, der Verkörperung, der zwischenmenschlichen Wahrnehmung und des unaussprechlichen Gefühls der Gewissheit, das den Glauben kennzeichnet. Wathey argumentiert, dass das Gefühl der Gegenwart Gottes durch angeborene neuronale Schaltkreise hervorgerufen wird, ähnlich dem Mechanismus, der einen Säugling dazu bringt, nach seiner Mutter zu rufen.
Bei einem Erwachsenen kann dieser Schaltkreis unter Bedingungen aktiviert werden, die die extreme Verzweiflung und Hilflosigkeit der Kindheit nachahmen und die unwiderstehliche Illusion der Anwesenheit eines liebenden, mächtigen und allwissenden Retters erzeugen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ähnelt die Illusion auf bemerkenswerte Weise einer Illusion, die Neurologen seit langem bekannt ist: das Phantom eines amputierten Gliedes, das durch die Erwartung des Gehirns des Patienten entsteht, dass das fehlende Glied noch vorhanden sein sollte.
Das Buch enthält eine Einführung in die grundlegenden Konzepte und die Terminologie der Neurowissenschaften und beschreibt detailliert die neuronalen Mechanismen hinter den Illusionen und Emotionen spiritueller Erfahrungen.