Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Untersuchung der biologischen und psychologischen Wurzeln des religiösen Glaubens aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Es verbindet persönliche Anekdoten mit umfangreicher Forschung, um die fesselnden Empfindungen zu erkunden, die mit der göttlichen Gegenwart verbunden sind. Die Rezensenten schätzen die respektvolle und einnehmende Herangehensweise an ein komplexes Thema, auch wenn einige es aufgrund seiner wissenschaftlichen Tiefe als Herausforderung empfinden.
Vorteile:⬤ Nachdenkliche und gut recherchierte Erkundung der Ursprünge religiöser Überzeugungen.
⬤ Fesselnder Schreibstil, der persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verbindet.
⬤ Respektvoller Umgang mit religiösen Erfahrungen bei gleichzeitiger Erforschung ihrer biologischen und evolutionären Wurzeln.
⬤ Bietet Einblicke in die emotionalen Aspekte des Glaubens und macht sie einem breiten Publikum zugänglich.
⬤ Führt zu spannenden Diskussionen über die Natur der göttlichen Wahrnehmung und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Religion.
⬤ Der wissenschaftliche Inhalt kann für Leser ohne biologisches oder naturwissenschaftliches Hintergrundwissen sehr dicht sein und eine Herausforderung darstellen.
⬤ Einige Rezensenten merkten an, die Argumente könnten sich wiederholen oder es fehle an schlüssigen Beweisen.
⬤ Lange Fußnoten und ausführliche Diskussionen können den allgemeinen Leser überfordern, so dass es manchmal ermüdend ist.
⬤ Bestimmte Kapitel könnten zu Verwirrung führen oder den Leser mit dem Wunsch nach klareren Definitionen und einfacheren Erklärungen zurücklassen.
(basierend auf 37 Leserbewertungen)
The Illusion of God's Presence: The Biological Origins of Spiritual Longing
Ein wesentliches Merkmal der religiösen Erfahrung in vielen Kulturen ist das intuitive Gefühl der Gegenwart Gottes. Mehr als alle Rituale oder Lehren ist es diese Erfahrung, die den religiösen Glauben verankert, und doch wurde sie in der wissenschaftlichen Literatur über Religion weitgehend ignoriert.
Der Biologe John Wathey nimmt den Leser mit auf eine wissenschaftliche Reise zu den Quellen des religiösen Gefühls und der Illusion von Gottes Gegenwart, beginnend mit einem anschaulichen Bericht über die lebensbedrohliche Wanderung, die seine eigene mystische Erfahrung auslöste. Sein Buch erforscht die biologischen Ursprünge dieses unwiderstehlichen Gefühls und führt es auf angeborene neuronale Schaltkreise zurück, die sich zur Förderung der Mutter-Kind-Bindung entwickelt haben. Dr.
Wathey argumentiert, dass die Evolution das Gehirn des Säuglings darauf programmiert hat, die Anwesenheit eines liebenden Wesens zu erwarten, das auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht.
Wenn das Kind zum Erwachsenen heranwächst, wird dieses angeborene Gefühl schließlich in den Bereich der Religion übertragen, wo es durch die Symbole, Bilder und Rituale des Gottesdienstes reaktiviert wird. Der Autor interpretiert unsere verschiedenen Gottesvorstellungen in biologischer Hinsicht als illusorische, übernormale Reize, die ein emotionales und kognitives Vakuum füllen, das aus der Kindheit übrig geblieben ist.
Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf einige der verwirrendsten Rätsel der Religion, wie z. B. den Volksglauben an einen Gott, der verurteilend und strafend, aber auch bedingungslos liebend ist; die außergewöhnliche Hartnäckigkeit des Glaubens; die größere Religiosität von Frauen im Vergleich zu Männern; religiöse Besessenheit mit Sex; der mysteriöse Zwang zu beten; die scheinbar unbändigen weiblichen Attribute Gottes, selbst in traditionell patriarchalischen Religionen; und die seltsame Anziehungskraft von Kulten.
Abschließend geht Dr. Wathey auf die Hypothese ein, dass sich die Religion entwickelt hat, um den Fortpflanzungserfolg zu fördern, und argumentiert, dass magisches Denken in einer Zeit der potenziell ruinösen Überbevölkerung zu einem Luxus geworden ist, den wir uns nicht mehr leisten können und der uns von den dringenden Gefahren für unseren Planeten ablenkt. Dieses gründlich recherchierte und dennoch elegant geschriebene Buch, das ohne Fachjargon auskommt und leicht verständlich ist, bietet eine überzeugende Interpretation der evolutionären Ursprünge von Spiritualität und Religion.