Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über Affirmative Action und erörtert deren Geschichte, Auswirkungen und öffentliche Wahrnehmung, wird aber auch wegen vermeintlicher Voreingenommenheit und fehlender empirischer Analysen kritisiert.
Vorteile:⬤ Gründlich recherchiert
⬤ informativ und eine großartige Quelle für das Verständnis der Komplexität von Fördermaßnahmen
⬤ durchdachte und detaillierte Diskussion
⬤ ausgewogene Darstellung, die sowohl Vorteile als auch Nachteile anerkennt
⬤ gut geschrieben mit interessanten Einzelgeschichten.
⬤ Wahrgenommene Voreingenommenheit, da offenbar Daten ausgewählt wurden
⬤ keine empirische Studie
⬤ einige Kritiker argumentieren, es fehle an Tiefe bei der Erörterung von Klassenfragen
⬤ einige sehen es eher als politisch motiviert denn als objektiv.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
The Affirmative Action Puzzle: A Living History from Reconstruction to Today
Eine reichhaltige, facettenreiche Geschichte der Fördermaßnahmen vom Bürgerrechtsgesetz von 1866 bis zu den heutigen turbulenten Zeiten.
Der renommierte Rechtshistoriker und Autor einer Biografie über Louis Brandeis ("Remarkable" --Anthony Lewis, The New York Review of Books, "Definitive"--Jeffrey Rosen, The New Republic ) und Dissent and the Supreme Court ("Riveting"--Dahlia Lithwick, The New York Times Book Review ) beschreibt die Geschichte der Fördermaßnahmen von den Anfängen mit dem Civil Rights Act von 1866 über die erste Verwendung des Begriffs im Jahr 1935 mit dem Erlass des National Labor Relations Act (Wagner Act) bis zum Jahr 1961 und John F. Kennedys Executive Order 10925, die vorschreibt, dass Bundesauftragnehmer Fördermaßnahmen durchführen müssen. Kennedys Executive Order 10925, mit der Bundesauftragnehmer verpflichtet wurden, "positive Maßnahmen" zu ergreifen, um sicherzustellen, dass es keine Diskriminierung aufgrund von "Ethnie, Glauben, Hautfarbe oder nationaler Herkunft" gibt, bis hin zur heutigen amerikanischen Gesellschaft.
Melvin Urofsky zeichnet die Entwicklung der "affirmative action" durch die Arbeitswelt und den Kampf um die Gleichberechtigung der Rassen nach. Er schreibt über den Ersten Weltkrieg und den Exodus, der begann, als etwa sechs Millionen Afroamerikaner zwischen 1910 und 1960 nach Norden zogen, eine der größten Binnenwanderungen in der Geschichte des Landes.
Der Autor schreibt auch über den Zweiten Weltkrieg, als Frauen die Männer in den Fabriken ersetzten und die Frage der Lohngleichheit aufkam, und über Franklin Delano Roosevelt, der seine letzte große New-Deal-Maßnahme für heimkehrende Veteranen in Kraft setzte - den Servicemen's Readjustment Act (GI Bill), das umfangreichste Förderungsprogramm in der amerikanischen Geschichte.
Urofsky erzählt die Geschichte der Kämpfe der Schwarzen in den 1930er und 1940er Jahren und wie die Südstaaten den "gleichen" Teil der Formel "getrennt, aber gleich" erfüllen mussten. Er schreibt auch über das Urteil Brown v. Board of Education of Topeka, die Verabschiedung des Civil Rights Act von 1964 und den Voting Rights Act von 1965.
Er beschreibt, wie Harry Truman, nachdem er 1945 Präsident geworden war, für Roosevelts Fair Employment Practice Act kämpfte und zur Überraschung aller ein angesehenes Gremium als President's Commission on Civil Rights ernannte, 1948 den ersten schwarzen Richter an einem Bundesberufungsgericht ernannte und später im selben Jahr per Exekutivbefehl die vollständige Integration der Rassen in den Streitkräften anordnete.
Wir sehen Dwight Eisenhower, der eintausend Fallschirmjäger der US-Armee entsandte und zehntausend Soldaten der Nationalgarde von Arkansas zum Schutz schwarzer Studenten auf dem Weg zur Schule abstellte; John F. Kennedy, der das President's Committee on Equal Employment Opportunity einrichtete und Lyndon Johnson zu dessen Vorsitzenden ernannte, wobei Kennedy ebenso wie die Bürgerrechtsführer erkannte, dass der Schlüssel zum Fortschritt in der Beschäftigung im privaten Sektor mit anständig bezahlten Arbeitsplätzen lag, die das schwarze Amerika aus der Armut herausführen würden, ganz gleich, wie die Regierung versuchte, die Rassendiskriminierung auszumerzen.
Urofsky untersucht Affirmative Action in Bezug auf Geschlecht, Gender und Bildung und zeigt, dass fast jede öffentliche Universität des Landes zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendeine Form von Affirmative-Action-Plan eingeführt hat - einige erfolgreich, andere nicht.
In diesem wichtigen, ehrgeizigen und weitreichenden Buch schreibt Urofsky über die vom Obersten Gerichtshof entschiedenen Fälle von "Affirmative Action": Fälle, in denen bestimmte Pläne, die sowohl staatliche als auch private Einrichtungen betrafen, entweder bestätigt oder verworfen wurden. Wir lernen die gesellschaftlichen Auswirkungen der positiven Diskriminierung kennen: wie und warum sie Menschen aus allen Gesellschaftsschichten geholfen und sie aufgehetzt hat, wie sie sich entwickelt hat und wie und warum sie immer noch gebraucht wird.