Das schwarze Wien: Die radikale Rechte in der Roten Stadt, 1918-1938

Bewertung:   (4,9 von 5)

Das schwarze Wien: Die radikale Rechte in der Roten Stadt, 1918-1938 (Janek Wasserman)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch untersucht die intellektuelle Verfolgung in Österreich während des Aufstiegs des Nationalsozialismus und kritisiert die Rolle der österreichischen Konservativen beim Untergang des demokratischen Österreichs, während es sich auch mit allgemeineren Themen der politischen Voreingenommenheit in historischen Erzählungen auseinandersetzt.

Vorteile:

Die Erzählung ist fesselnd und stellt eine gelungene akademische Geschichte dar. Sie ist sehr empfehlenswert für alle, die sich für die politischen und philosophischen Strömungen im Österreich der 1920er und 1930er Jahre interessieren, insbesondere für Faschismus und Nationalsozialismus.

Nachteile:

Der Autor zeigt eine starke Voreingenommenheit gegenüber aufklärerischen Werten und vereinfacht rechte Ideologien möglicherweise zu sehr als rein negativ. Die Komplexität des österreichischen Liberalismus und Konservatismus wird nur begrenzt behandelt, was Bedenken hinsichtlich der Neutralität der historischen Darstellung aufkommen lässt.

(basierend auf 2 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Black Vienna: The Radical Right in the Red City, 1918-1938

Inhalt des Buches:

Das Wien der Zwischenkriegszeit galt als eine Bastion des radikalen sozialistischen Denkens, und sein Ruf als Rotes Wien hat sowohl in der populären Vorstellung als auch in der Geschichtsschreibung Mitteleuropas eine große Rolle gespielt.

Wie Janek Wasserman in diesem Buch zeigt, gab es jedoch auch ein Schwarzes Wien, dessen Mitglieder Kritik an der demokratischen Nachkriegsordnung, der jüdischen Inklusion und den Werten der Aufklärung übten und damit eine theoretische Grundlage für österreichische und mitteleuropäische faschistische Bewegungen lieferten. Mit Blick auf das komplexe Zusammenspiel zwischen Intellektuellen, Öffentlichkeit und Staat argumentiert er, dass scheinbar unpolitische Wiener Intellektuelle, insbesondere konservative, den Verlauf der österreichischen Geschichte dramatisch beeinflussten.

Während die roten Wiener Intellektuellen in den kulturellen und intellektuellen Foren der Stadt eine beeindruckende Herausforderung darstellten, setzte sich der radikale Konservatismus durch. Schwarze Wiener Intellektuelle beschleunigten die Zerstörung der Ersten Republik, erleichterten die Errichtung des austrofaschistischen Staates und ebneten den Weg für den Anschluss an Nazi-Deutschland. Wasserman beobachtet die Werke und Handlungen von Wiener Reformern, Journalisten, Philosophen und Wissenschaftlern genau und zeichnet die intellektuellen, sozialen und politischen Entwicklungen in der Ersten Republik nach, wobei er die Beteiligung der Intellektuellen am wachsenden weltweiten Konflikt zwischen Sozialismus, Konservatismus und Faschismus hervorhebt.

Wien war ein Mikrokosmos für größere Entwicklungen in Europa - den Aufstieg der radikalen Rechten und den Kampf zwischen konkurrierenden ideologischen Visionen. Indem er sich auf die Entwicklung des österreichischen Konservatismus konzentriert, verkompliziert Wasserman die Erzählungen über den österreichischen Antifaschismus und die österreichische Opferrolle nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9781501713606
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2017
Seitenzahl:264

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