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The Subject in Art: Portraiture and the Birth of the Modern
Catherine M. Soussloff stellt die vorherrschenden Theorien über die Entstehung des Subjekts in Frage und argumentiert, dass das moderne Subjekt nicht aus der Psychoanalyse oder der Existenzphilosophie hervorging, sondern vielmehr aus der Theorie und Praxis der Porträtmalerei im Wien des frühen 20.
Soussloff zeichnet die Entwicklung einer Ethik der Repräsentation in Wien nach, die das Subjekt als sozial und historisch konstruiertes Selbst hervorhebt, das nur im Verhältnis zu anderen, einschließlich der Porträtmaler und der Betrachter, verstanden werden kann - und sich selbst versteht. In diesem wunderschön illustrierten Buch zeigt sie sowohl, wie die Porträtmaler begannen, sich auf das Innenleben ihrer Porträtierten zu konzentrieren, als auch, wie sich die Disziplin der Kunstgeschichte um das Genre des Porträts herum entwickelte. Soussloff verbindet eine historisch fundierte Untersuchung der Kunst und des kunsthistorischen Denkens in Wien mit späteren Theorien des Porträts und einer sorgfältigen Geschichtsschreibung der philosophischen und psychoanalytischen Ansätze zum menschlichen Bewusstsein von Hegel bis Sartre und von Freud bis Lacan.
Sie zeichnet die Entstehung einer sozialen Theorie der Kunst unter den Kunsthistorikern der Wiener Schule nach, zeigt, wie der expressionistische Maler Oskar Kokoschka das jüdische Subjekt darstellte, und untersucht die Entwicklung der piktorialistischen Fotografie. Soussloff reflektiert die Implikationen des visualisierten, modernen Subjekts für textuelle und linguistische Analysen der Subjektivität und kommt zu dem Schluss, dass die Wiener Kunsthistoriker, Fotografen und Maler künftig als Vorläufer bekannterer Theoretiker des Subjekts wie Sartre, Foucault und Lacan anerkannt werden müssen.