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Crossing the Line: Racial Passing in Twentieth-Century U.S. Literature and Culture
Wie W. E. B. DuBois in The Souls of Black Folk (Die Seele der Schwarzen) prophezeite, war die Fiktion der "Color Line" ein dringendes Anliegen bei der Definition einer bestimmten rassischen "Ordnung" in den USA des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts in den USA zu definieren. Doch gerade die Willkürlichkeit dieser Linie schafft auch Möglichkeiten für rassisches "passing", eine Praxis, durch die sich Subjekte die Bedingungen des Rassendiskurses aneignen. Um die Autorität der Ethnie zu untergraben, argumentiert Gayle Wald, müssen wir verstehen, wie Ethnie Identität definiert und dennoch nicht repräsentiert. Sie nutzt daher kulturelle Narrative des Passings, um sowohl die Widersprüche der Ethnie als auch den Einsatz dieser Widersprüche für eine Vielzahl von Bedürfnissen, Interessen und Wünschen zu beleuchten.
Jahrhunderts, indem sie die Werke der afroamerikanischen Schriftsteller James Weldon Johnson, Jessie Fauset und Nella Larsen analysiert und zeigt, wie sie den "passing plot" nutzen, um die Verhandlung von Identität, Handlungsfähigkeit und Freiheit im Kontext der eingeschränkten Wahlmöglichkeiten ihrer Protagonisten zu erkunden. Anschließend untersucht sie die Autobiografie Really the Blues von 1946, in der die Verwandlung von Milton Mesirow, Sohn russisch-jüdischer Einwanderer aus der Mittelschicht, in Mezz Mezzrow, Jazzmusiker und selbsternannter "freiwilliger Neger", beschrieben wird. In den 1949 gedrehten Filmen Pinky und.
Lost Boundaries", die sich die afroamerikanische Staatsbürgerschaft innerhalb klassenspezifischer Protokolle von Ethnie und Geschlecht vorstellen, hinterfragt sie die komplizierte Darstellung des rassischen Passings in einem visuellen Medium. Ihre Untersuchung von "Post-Passing"-Zeugnissen in afroamerikanischen Nachkriegsmagazinen, die sich um die Förderung des schwarzen Konsums bemühten und gleichzeitig "positive" Bilder von schwarzer Leistung und Wohlstand in den Nachkriegsjahren konstruierten, konzentriert sich auf vernachlässigte Texte in den Archiven der schwarzen Populärkultur. Nach einem Blick auf die liberalen Widersprüche von John Howard Griffins Auto-Ethnographie Black Like Me aus dem Jahr 1961 schließt Wald mit einem Epilog, der die Idee des Passings im Kontext des jüngsten Diskurses über "Farbenblindheit" betrachtet.
Walds Analyse der moralischen, politischen und theoretischen Dimensionen des rassischen Passings macht Crossing the Line zu einer wichtigen Lektüre, wenn wir uns dem einundzwanzigsten Jahrhundert nähern. Ihr fesselndes und dynamisches Buch ist von besonderem Interesse für Wissenschaftler der Amerikanistik, der Afroamerikanistik, der Kulturwissenschaften und der Literaturkritik.