Bewertung:

Das Buch bietet großartige Informationen über das Werk der Künstlerin, ist jedoch überwiegend textlastig und enthält nur sehr wenige Abbildungen der Kunstwerke, was bei Lesern, die ein visuelles Erlebnis suchen, zu Enttäuschungen führt.
Vorteile:Großartige Informationen über die Werke der Künstlerin; wertvoll für das Verständnis des Kontextes ihrer Kunst.
Nachteile:⬤ Es fehlen ausreichende Bilder der Kunstwerke
⬤ zu ausführlich und textlastig
⬤ manche finden die Interpretationen provokant, aber beunruhigend.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Seeing the Unspeakable: The Art of Kara Walker
Die afroamerikanische Künstlerin Kara Walker ist eine der jüngsten Empfängerinnen eines MacArthur-"Genie"-Stipendiums. Sie ist vor allem für ihre ikonischen, oft lebensgroßen Schwarz-Weiß-Silhouetten bekannt, die sie in beunruhigenden Szenen an Galeriewänden anordnet.
Diese visuell fesselnden Erzählungen ziehen den Betrachter in einen Dialog über die Dynamik von Ethnie, Sexualität und Gewalt sowohl im Süden des Antebellums als auch in der zeitgenössischen Kultur. Walkers Arbeiten wurden in Ausstellungen auf der ganzen Welt und in amerikanischen Museen wie dem Museum of Modern Art, dem Guggenheim und dem Whitney gezeigt. Gleichzeitig haben ihre ideologisch provokativen Bilder die lautstarke Kritik mehrerer führender afroamerikanischer Künstler auf sich gezogen, und eine Reihe ihrer Werke wurde aufgrund von Protesten gegen ihre verstörenden Darstellungen aus den Ausstellungen entfernt.
Seeing the Unspeakable bietet eine nachhaltige Betrachtung der kontroversen Kunst von Kara Walker. Gwendolyn DuBois Shaw untersucht Walkers markante Scherenschnitte, stimmungsvolle Gouache-Zeichnungen und dynamische Drucke und analysiert die Inspiration und Rezeption von vier Werken Walkers: The End of Uncle Tom and the Grand Allegorical Tableau of Eva in Heaven, John Brown, A Means to an End, und Cut.
Sie bietet einen Überblick über Walkers Leben und Karriere und kontextualisiert ihre Kunst innerhalb der Geschichte der afroamerikanischen visuellen Kultur und in Bezug auf die Arbeit zeitgenössischer Künstler wie Faith Ringgold, Carrie Mae Weems und Michael Ray Charles. Shaw beschreibt, wie Walker die Sensibilität der Betrachter mit radikal ent-sentimentalisierten Bildern von Sklaverei und Rassenstereotypen bewusst herausfordert.
Dieses Buch offenbart eine kraftvolle Künstlerin, die die Ideen und Strategien der sozialen Verantwortung, für die die Generation ihrer Eltern während der Bürgerrechtsära gekämpft hat, eher in Frage stellt als sie zu akzeptieren. Indem sie die rassistischen Ikonen der Vergangenheit ausbeutet, zwingt Walker den Betrachter, die unaussprechlichen Aspekte der rassistischen Vergangenheit und der konfliktreichen Gegenwart Amerikas zu sehen.