Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche Untersuchung der intellektuellen Grundlagen der Fortschrittsbewegung in Amerika und unterstreicht ihre Bedeutung für das Verständnis der gegenwärtigen politischen Dynamik, insbesondere im Zusammenhang mit der Präsidentschaft von Barack Obama.
Vorteile:Das Buch bietet verblüffende Einblicke in die amerikanischen Intellektuellen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und beschreibt ihren Beitrag zur Fortschrittsbewegung. Es stellt erfolgreich eine Verbindung zwischen historischen Kontexten und modernen politischen Entwicklungen her und zeigt insbesondere, wie Obamas Ideale mit denen der frühen Progressiven übereinstimmen. Der Autor legt eine gründliche Untersuchung der Ziele und Errungenschaften der Bewegung vor, was das Buch zu einer substanziellen Geistesgeschichte macht.
Nachteile:Dem Buch fehlt die Erörterung bemerkenswerter politischer Persönlichkeiten, die mit der progressiven Bewegung in Verbindung gebracht werden, was dazu führen kann, dass die Leser ein umfassenderes Verständnis der politischen Landschaft während dieser Ära suchen. Einige Kritiker bemängeln außerdem, dass bestimmte Zwangselemente in der Rhetorik der Reformer ohne ausreichende kritische Prüfung dargestellt werden.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
The Lost Promise of Progressivism
Lange vor den aktuellen Forderungen nach nationalem Dienst, staatsbürgerlicher Verantwortung und der Wiederherstellung gemeinschaftlicher Werte stellten die Progressiven eine bemerkenswert ähnliche Herausforderung dar. Eldon Eisenach zeichnet die Entwicklung dieser mächtigen nationalen Bewegung von ihren theoretischen Ursprüngen über ihren dramatischen Aufstieg bis zu ihrem plötzlichen Niedergang nach und zeigt, warum ihre Philosophie noch immer so beredt zu uns spricht.
Eisenach analysiert, wie und warum die progressiven politischen Ideen zwischen 1885 und dem Ersten Weltkrieg fast jede kulturelle und intellektuelle Bastion außer dem Verfassungsrecht eroberten und jede wichtige nationale Institution außer den Gerichten und dem Parteiensystem beherrschten. Die Progressiven, so zeigt er, waren besonders einflussreich in der amerikanischen Politik, im Hochschulwesen und in den Medien. Sie schufen weitreichende berufliche Netzwerke, die wie eine "versteckte nationale Regierung" funktionierten, um einer Bundesregierung entgegenzuwirken, der sie zutiefst misstrauten. Sie betrachteten die Universität als ihre nationale "Kirche" - die wichtigste Quelle und Verbreiterin der Werte, die sie vertraten. Sie gründeten wirklich nationale Zeitschriften für ein nationales Publikum. Und sie erhielten viel Unterstützung von den Verfechtern der Frauenrechte und anderen lautstarken Bewegungen ihrer Zeit.
Durchdrungen von einer evangelisch-protestantischen Zukunftsvision war das fortschrittliche Denken fast drei Jahrzehnte lang ein fester Bestandteil des nationalen Diskurses. Doch wie Eisenach zeigt, zerfiel es genau im Moment seines Triumphs sowohl als kohärente Theorie als auch als tragfähige öffentliche Doktrin. Mit der Wahl von Woodrow Wilson im Jahr 1912 erreichte die Bewegung ihren Höhepunkt, verlor danach aber an Schwung und Kraft. Ihr rapider Niedergang wurde durch den Weltkrieg und den Aufstieg des New Deal-Liberalismus beschleunigt. Am Ende der Depression war sie als einflussreicher Akteur im öffentlichen Leben der USA verschwunden.
In den folgenden Jahrzehnten wurde der Mantel der Progressiven nicht mehr eingefordert. Die Konservativen machten die Progressiven für die Entstehung des Wohlfahrtsstaates verantwortlich, und viele Liberale empörten sich über ihre theologische und imperialistische Rhetorik. Eisenach argumentiert jedoch, dass wir noch viel über und von den Progressiven lernen können. Indem wir unser Verständnis ihres Denkens erweitern, verbessern wir unser Verständnis für ein Amerika, dessen nationale Institutionen - politische, kulturelle, erzieherische, religiöse, berufliche, wirtschaftliche und journalistische - alle weitgehend das Produkt dieses Denkens sind. Mit anderen Worten: Ihre Ideen sind immer noch sehr präsent.