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Tort Law and the Construction of Change: Studies in the Inevitability of History
Tort Law and the Construction of Change untersucht das Zusammenspiel von Recht und sozialem Wandel in der amerikanischen Geschichte. Traditionell geht man davon aus, dass das Deliktsrecht - das Zivilrecht, das von Richtern und nicht von Gesetzgebern geschaffen wird - aus rechtlichen Präzedenzfällen hervorgeht.
Kenneth S. Abraham und G. Edward White zeigen jedoch, dass amerikanische Richter im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte auch den sich verändernden gesellschaftlichen Kontexten, in denen Klagen wegen zivilrechtlicher Verletzungen entstanden, große Aufmerksamkeit schenkten.
Sie argumentieren, dass zwei Versionen der Geschichte - eine, die auf der Anwendung früherer Rechtsregeln beruht, und die andere, die auf größere gesellschaftliche Veränderungen reagiert - zusammen betrachtet werden müssen, um zu verstehen, wie sich das amerikanische Zivilrecht im Laufe der Zeit entwickelt hat. In fünf faszinierenden Kapiteln befassen sie sich mit bisher wenig untersuchten Bereichen des Deliktsrechts wie der Haftung für nicht-körperliche Schäden - einschließlich Klagen wegen Verleumdung, Verletzung der Privatsphäre, seelischer Grausamkeiten, sexueller Belästigung und des Hackens vertraulicher Informationen - sowie mit Aspekten des Deliktsrechts, die inzwischen verschwunden sind, wie dem Verbot, dass „interessierte“ Parteien in Zivilprozessen aussagen, oder der vorsätzlichen Zufügung von zeitlichen Schäden ohne Rechtfertigung.
Es ergibt sich ein Bild des komplizierten juristischen Tanzes, den amerikanische Richter vollführten, um ihre Entscheidungen zu verschleiern, mit denen sie das Deliktsrecht als Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen mitunter radikal veränderten. Wenn sie mit etablierten Deliktsrechtsgrundsätzen konfrontiert waren, die unter dem Druck der sich abzeichnenden sozialen Veränderungen standen, fanden sie Wege, um zumindest den Anschein von Kontinuität in der Lehre zu wahren.