Bewertung:

Das Buch präsentiert eine nuancierte und klare Argumentation für ein radikal christliches Verständnis von Demut und stellt es zeitgenössischen und säkularen Ansichten gegenüber. Es greift auf Einsichten von Augustinus zurück und kritisiert verschiedene moderne Interpretationen von Demut, wobei es eine gründliche Analyse liefert, die sich auf theologische Grundlagen stützt. Während das Buch im Allgemeinen wegen seiner Klarheit und Tiefe gut aufgenommen wird, wird ein Kapitel besonders kritisiert, weil es die Gesamtthese untergräbt.
Vorteile:⬤ Klare und präzise Sprache, die ein Beispiel für analytische Theologie ist.
⬤ Die Auseinandersetzung mit frühchristlichen Traditionen und Augustinus' Ansichten zur Demut ist durchdacht.
⬤ Bietet praktische Anleitungen für die Suche nach Demut aus christlicher Sicht.
⬤ Stellt bescheidene und präzise Behauptungen auf.
⬤ Übertrifft andere Werke über Demut in derselben Reihe.
⬤ Kapitel 6 wird kritisiert, weil es die Gesamtargumentation abschwächt und im Widerspruch zu früheren Aussagen zu stehen scheint.
⬤ Einige Leser finden, dass es biblische Gegenargumente in bestimmten Kontexten nicht angemessen behandelt.
⬤ Die Diskussion über die Notwendigkeit eines angemessenen Stolzes für die moralische Entwicklung steht im Widerspruch zu früheren Aussagen über Demut.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Humility, Pride, and Christian Virtue Theory
Humility, Pride, and Christian Virtue Theory (Bescheidenheit, Stolz und christliche Tugendtheorie) schlägt eine Darstellung der Bescheidenheit vor, die sich auf die radikalsten christlichen Aussagen über Bescheidenheit stützt, insbesondere auf jene, die bei Augustinus und in der frühen monastischen Tradition zu finden sind. Er argumentiert, dass dies die Sichtweise der Demut war, die das christliche moralische Denken in einen entscheidenden Konflikt mit dem besten griechisch-römischen moralischen Denken brachte.
Diese radikale christliche Darstellung der Demut ist inmitten der zeitgenössischen Bemühungen, die Tugend der Demut zu klären und für das säkulare Leben zurückzugewinnen, in Vergessenheit geraten. Kent Dunnington zeigt, wie die Demut in der frühen Neuzeit - vor allem im Denken von Hobbes, Hume und Kant - umfunktioniert wurde, um den wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnissen des entstehenden modernen Staates besser gerecht zu werden. Diese neue Form der Bescheidenheit bestand darauf, dass neben der Bescheidenheit auch ein angemessener Stolz als notwendiger Bestandteil des Selbstwertgefühls und als notwendiges Motiv für beständiges moralisches Handeln im Laufe der Zeit eine Rolle spielt.
Zeitgenössische philosophische Darstellungen der Demut setzen diese Betonung des eigenen Stolzes als Gegengewicht zur Demut fort. Im Gegensatz dazu verbietet die radikale christliche Demut den Stolz gänzlich.
Dunnington zeigt, dass eine solche radikale Sichtweise nicht zu Lastern der Demut wie Unterwürfigkeit und Kleinmut führen muss und dass sie auch nicht der feministischen Kritik an der Demut zum Opfer fallen muss. Aber die dargelegte Sicht der Demut macht wenig Sinn, wenn man von einer bestimmten Gruppe von Lehrverpflichtungen abstrahiert, die dem Christentum eigen sind.
In dieser Studie wird argumentiert, dass dies eher eine Stärke als eine Schwäche des Berichts ist, da es zeigt, wie wichtig das Christentum für die Gestaltung des moralischen Lebens ist.