
Making Space Public in Early Modern Europe: Performance, Geography, Privacy
In Erweiterung des in Making Publics in Early Modern Europe (2009) begonnenen Gesprächs untersucht dieses Buch, wie die räumliche Dynamik der Herstellung von Öffentlichkeit die Form der frühneuzeitlichen Gesellschaft veränderte. Die in diesem Band untersuchten Öffentlichkeiten sind freiwillige Gruppierungen unterschiedlicher Individuen, die sich durch die performative Übernahme gemeinsamer kultureller Formen und Praktiken zusammenschließen konnten.
Die Autoren argumentieren, dass solche Formen des Zusammenschlusses sowohl soziale Produktionen von Raum als auch kollektive Identitäten waren. Die Kapitel untersuchen eine Reihe kultureller Aktivitäten wie Theateraufführungen, Reisen und Migration, Praktiken der Überzeugung, die verkörperten Erfahrungen des gelebten Raums sowie die zentrale Bedeutung von Medien und materiellen Dingen bei der Schaffung von Öffentlichkeiten und der Produktion von Räumen. Sie bewerten eine Vielzahl von Öffentlichkeiten, die eine Vielzahl von sozialen Räumen produzieren und besetzen, in denen kollektive Identität und Stimme geschaffen, entdeckt, behauptet und ausgeübt werden können.
Kulturproduzenten und -konsumenten stellten damit die vorherrschenden Vorstellungen darüber in Frage, wer die öffentliche Arena betreten durfte, und weiteten sowohl den realen als auch den imaginären Raum des öffentlichen Lebens erheblich aus, um bis dahin ausgeschlossene Gruppen von Privatpersonen einzubeziehen. Die Folgen dieser historischen Neugestaltung des öffentlichen Raums sind nach wie vor relevant, vor allem für die heutigen Bemühungen, die Ansichten der einfachen Menschen sinnvoll in das öffentliche Leben einzubeziehen.