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The Ancient Enemy: England, France and Europe from the Angevins to the Tudors
Dieses Buch zeichnet die Ursprünge und die Entwicklung der Feindschaft zwischen England und Frankreich während der vierhundert Jahre nach, in denen England eine kontinentaleuropäische Landmacht war. Der mittelalterliche Anspruch auf den französischen Thron wurde von der britischen Monarchie erst 1802 formell aufgegeben, und der sogenannte Hundertjährige Krieg zwischen den beiden Nationen wurde nie durch einen Friedensvertrag beendet.
In dem Buch wird argumentiert, dass das mittelalterliche und frühneuzeitliche England, wie das heutige Großbritannien, ein Staatswesen mit zwei Gesichtern war: Das eine Gesicht war nach Westen und Norden zu seinen keltischen Nachbarn gerichtet, das andere nach Osten und Süden zum europäischen Festland. Schließlich wurde ab der Herrschaft Edwards III. der französische Thron selbst zum Objekt englischer Ambitionen, und das Buch erörtert die Auswirkungen der Verfolgung dieses Anspruchs durch Heinrich V.
und seine Folgen. Es wird hervorgehoben, inwieweit die Geschichte von Jeanne d'Arc zum Beispiel zu einem Mythos geworden ist, der seinen Teil zur Aufrechterhaltung der anglo-französischen Antipathie und Entfremdung beigetragen hat.
Das Buch untersucht auch die Entstehung der englischen nationalen Identität und die Rolle, die die Sprache in diesem Prozess spielte, als sich die Engländer zunehmend gegen ihren französischen Feind abgrenzten. Aber auch die gemeinsamen Annahmen, Verhaltensmuster und die Kultur, die die oberen Ränge der englischen und französischen Gesellschaft während dieser Zeit miteinander verbanden, werden hervorgehoben.
Das Buch endet mit einer Erörterung des Vermächtnisses, das diese "kontinentalistische" Phase der englischen Geschichte in der veränderten, aber keineswegs völlig veränderten Welt des frühneuzeitlichen Europas hinterlassen hat.