Bewertung:

Das Buch stellt gängige historische Mythen über die Renaissance in Frage, insbesondere die Vorstellung, dass sie ausschließlich ein italienisches Phänomen war und die nordeuropäische Kultur während dieser Zeit im Niedergang begriffen war. Es bietet eine neue Perspektive auf die wichtigsten Entwicklungen und stellt eine Verbindung zwischen den kulturellen Praktiken des Nordens und den Ideen der frühen Reformation her, was es zu einer aufschlussreichen Lektüre macht.
Vorteile:Spannend und zum Nachdenken anregend geschrieben, stellt erfolgreich historische Mythen in Frage, bietet neue Einblicke in die Renaissance, gut strukturierte Einführung in ein komplexes Thema, überraschend unterhaltsam für ein Nischenthema.
Nachteile:Einige Leser könnten das Thema als esoterisch oder schwierig empfinden, und es könnte ein mögliches Gefühl der Nostalgie oder Zuneigung zu den traditionellen Ansichten von Burckhardt und Huizinga entstehen, das sich möglicherweise nicht ganz vereinbaren lässt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
A Short History of the Renaissance in Northern Europe
Das Konzept der „Renaissance“ in der Kunst, im Denken und in der allgemeinen Kultur nördlich der Alpen ruft oft die Vorstellung einer kulturellen Transplantation hervor, die nicht in der Gesellschaft, aus der sie hervorging, heimisch oder verwurzelt war.
Die klassischen Definitionen der europäischen „Renaissance“ im 14., 15. und 16.
Jahrhundert sehen sie als eine Art italienischen Import in den gotischen Norden. Dennoch gab es zweifellos Unterschiede, Divergenzen und Dichotomien zwischen Nord und Süd, die es zu berücksichtigen gilt. Malcolm Vale plädiert für eine nördliche Renaissance, die zwar italienische Entwicklungen berücksichtigte, aber starke Kontinuitäten mit den einheimischen Kulturen Nordeuropas aufwies.
Sie trug aber auch Neuerungen und Innovationen bei, die oft auf diesen Kontinuitäten beruhten und darauf aufbauten. A Short History of the Renaissance in Northern Europe ignoriert oder schmälert zwar keineswegs die Bedeutung des hellenischen und römischen Erbes, sucht aber nach anderen Quellen und einer anderen Nutzung der klassischen Antike für eine etwas andere Art von „Renaissance“, wenn es denn eine solche war, im Norden.