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The Rise of Christian Theology and the End of Ancient Metaphysics: Patristic Philosophy from the Cappadocian Fathers to John of Damascus
Dass die christlichen Schriftsteller des ersten Jahrtausends neben ihrem Engagement in den Lehrkontroversen ihrer Zeit auch ein ehrgeiziges und aufregendes philosophisches Projekt verfolgten, ist bisher kaum anerkannt worden. Das Buch The Rise of Christian Theology and the End of Ancient Metaphysics bietet zum ersten Mal eine umfassende Analyse dieser patristischen Philosophie. Sie zeigt, wie sie im späten vierten Jahrhundert ihre charakteristische Gestalt annahm, und schildert ihre weitere Entwicklung bis zur Zeit des Johannes von Damaskus.
Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile. Der erste Teil beginnt mit einer Analyse des philosophischen Projekts, das der Lehre der kappadokischen Väter, Basilius von Caesarea, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz zugrunde liegt. Diese Philosophie, die wohl die erste spezifisch christliche Theorie des Seins darstellt, wurde im östlichen Christentum bald nahezu universell geteilt. Nur wenige Jahrzehnte nach den Kappadoziern wurden ihre grundlegenden Lehren von allen Seiten in der frühen christologischen Kontroverse als selbstverständlich angesehen. Ihre Anwendung auf das christologische Problem schien daher unvermeidlich. Dennoch schuf sie erhebliche konzeptionelle Probleme.
In den Teilen zwei und drei wird detailliert beschrieben, wie diese Probleme zu einer Reihe von zunehmend radikalen Veränderungen der kappadokischen Philosophie führten. Im zweiten Teil untersucht Zachhuber die miaphysitischen Gegner des Konzils von Chalkedon, während er im dritten Teil die Verteidiger des Konzils vom frühen sechsten bis zum achten Jahrhundert erörtert. Durch diesen Überblick offenbart das Buch diese Periode als eine von bemerkenswerter philosophischer Kreativität, Fruchtbarkeit und Innovation.