
Time and Soul: From Aristotle to St. Augustine
Kann die Zeit unabhängig vom Bewusstsein existieren? In der Antike wurde diese Frage oft als eine Untersuchung über die Beziehung zwischen Zeit und Seele formuliert. Aristoteles schlug vorsichtig vor, dass die Zeit ohne eine Seele, die sie zählt, nicht existieren kann.
Dieser Vorschlag wurde unter seinen Kommentatoren kontrovers diskutiert. Das vorliegende Buch bietet einen Bericht über diese Debatte, ausgehend von Aristoteles' eigener Darstellung des Problems in Buch IV der Physik. In den folgenden Kapiteln werden Aristoteles' peripatetische Anhänger, Boethus von Sidon und Alexander von Aphrodisias, seine neuplatonischen Leser, Plotin und Simplicius, sowie frühchristliche Autoren, Gregor von Nyssa und Augustinus, behandelt.
Im Mittelpunkt der Debatte stand das Verhältnis zwischen der subjektiven Zeit in der Seele und der objektiven Zeit des Kosmos. Beide konnten in der Weltseele als dem Sitz der subjektiven Zeit im kosmischen Maßstab vereint gesehen werden.
Aber keine Lösung des Problems war endgültig. Keine Theorie konnte sich durchsetzen.
Das Buch zeigt die faszinierende Vielfalt und Pluralität der Ideen über Zeit und Seele im gesamten Altertum. Während der gesamten Antike blieb das Problem von Zeit und Seele ebenso faszinierend wie unlösbar.