Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Untersuchung der Kulturrevolution und ihrer Auswirkungen auf die chinesische Bildung und Führung, wobei der Schwerpunkt auf der Tsinghua-Universität liegt. Es bietet eine ausgewogene Sichtweise, die sowohl negative als auch positive Aspekte der Kulturrevolution hervorhebt. Die Analyse stellt gängige Kritikpunkte in Frage, indem sie die Fortschritte im Bildungswesen und die Möglichkeiten aufzeigt, die sie für zuvor marginalisierte Gruppen schuf. Der Leser erhält Einblicke in den Wandel der herrschenden Klasse Chinas und in die Komplexität der soziopolitischen Dynamik Chinas.
Vorteile:⬤ Umfassende Analyse der Kulturrevolution und ihrer Auswirkungen auf Bildung und Führung in China.
⬤ Bietet eine ausgewogene Perspektive, die sowohl Innovationen als auch Herausforderungen während dieser Zeit hervorhebt.
⬤ Detaillierte Fallstudie der Tsinghua Universität, die historischen Kontext und Daten liefert.
⬤ Zeigt die Verschmelzung der politischen und intellektuellen Eliten auf und erklärt, wie die neue herrschende Klasse entstanden ist.
⬤ Fesselnder Schreibstil, der sowohl Neulinge als auch Experten dazu einlädt, komplexe Themen zu verstehen.
⬤ Einige Leser könnten die Verwendung von Endnoten anstelle von Fußnoten als unpraktisch empfinden.
⬤ Die Fokussierung des Buches auf eine bestimmte Institution kann seine Anwendung auf breitere Kontexte einschränken.
⬤ Es verlangt von den Lesern, sich auf einem komplexen historischen und ideologischen Terrain zurechtzufinden, was für diejenigen, die mit dem Thema nicht vertraut sind, eine Herausforderung darstellen könnte.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Rise of the Red Engineers: The Cultural Revolution and the Origins of China's New Class
Rise of the Red Engineers (Der Aufstieg der roten Ingenieure) erklärt die turbulenten Ursprünge der Klasse der technokratischen Beamten, die China heute regieren.
In einem faszinierenden Bericht schildert der Autor Joel Andreas, wie sich zwei verfeindete Gruppen - die wenig gebildeten Bauernrevolutionäre, die 1949 die Macht ergriffen, und Chinas alte Bildungselite - zu einer neuen dominierenden Klasse zusammenschlossen. Nach der Enteignung der besitzenden Klassen des Landes ergriffen Mao und die Kommunistische Partei radikale Maßnahmen zur Abschaffung der auf Bildung basierenden Klassenunterschiede, was die Gegensätze zwischen den neuen politischen und den alten kulturellen Eliten noch verschärfte.
Letztlich haben Maos Angriffe auf beide Gruppen während der Kulturrevolution jedoch die Einheit zwischen den Eliten gefördert und nach seinem Tod den Weg für die Konsolidierung einer neuen Klasse geebnet, die ihre politischen und kulturellen Ressourcen vereinte. Diese Geschichte wird anhand einer Fallstudie über die Tsinghua-Universität erzählt, die - als Chinas führende technische Hochschule - im Epizentrum dieser Konflikte stand und zum bevorzugten Ausbildungsort der Partei für Technokraten wurde, zu denen auch viele der gegenwärtigen Führer Chinas gehören.