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The Elevator Effect: Contact and Collegiality in the American Judiciary
Berufungsrichter üben in den Vereinigten Staaten einen enormen Einfluss aus. Ihre Entscheidungen definieren den Umfang der legislativen und exekutiven Macht, entscheiden über die Beziehungen zwischen der Bundesregierung und den Bundesstaaten und bestimmen den Umfang der Rechte und Freiheiten des Einzelnen. Doch im Vergleich zu ihren Kollegen an den Gerichten der ersten Instanz sind sie in ihrer Macht erheblich eingeschränkt: ihre Kollegen.
The Elevator Effect: Contact and Collegiality in the American Judiciary" (Der Fahrstuhleffekt: Kontakt und Kollegialität in der amerikanischen Justiz) stellt eine umfassende, erstmalige Untersuchung der Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen zwischen Richtern für die richterliche Entscheidungsfindung und die rechtliche Entwicklung dar. Was die Entscheidungsfindung betrifft, so zeigen die Autoren, dass häufigerer zwischenmenschlicher Kontakt zwischen Richtern die Rolle der Ideologie bei der richterlichen Entscheidungsfindung so weit verringert, dass sie sowohl inhaltlich als auch statistisch nicht mehr wahrnehmbar ist. Dieses Ergebnis steht in krassem Gegensatz zu Darstellungen der richterlichen Entscheidungsfindung, die die Ideologie als unumstößliche Determinante der richterlichen Entscheidung darstellen. Im Hinblick auf die Rechtsentwicklung zeigt das Buch, dass sich die Kollegialität sowohl auf die Sprache auswirkt, die die Richter verwenden, um ihre Meinungsverschiedenheiten auszudrücken, als auch auf die Präzedenzfälle, die sie zur Untermauerung ihrer Argumente wählen. Das Hauptargument von The Elevator Effect ist also, dass Kollegialität nahezu jeden Aspekt des richterlichen Verhaltens beeinflusst.
Die Autoren stützen sich auf eine beeindruckende und einzigartige Sammlung von Originaldaten, um die Beziehung zwischen den zwischenmenschlichen Beziehungen der Richter und dem von ihnen geschaffenen Recht zu entschlüsseln. Der Fahrstuhleffekt präsentiert eine klare und gut lesbare Darstellung, die durch eine Analyse des richterlichen Verhaltens in der gesamten US-Bundesgerichtshierarchie gestützt wird, um zu zeigen, dass die institutionelle Struktur, in der Richter tätig sind, das richterliche Verhalten wesentlich beeinflusst. Dieses Buch, das in einem breiten und zugänglichen Stil geschrieben ist, wird Studenten verschiedener Fachrichtungen wie Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften und empirische Rechtsstudien ebenso fesseln wie politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit.