
Saint Simon de Montfort: The Miracles, Laments, Prayers and Hymns
Die Rebellion von Simon de Montfort inspirierte einen Kult an seinem Grab in der dortigen Abtei. Ein Wunderbuch, Gebete und Hymnen, die von ihm inspiriert wurden, sind ein seltenes Zeugnis für einen ungewöhnlichen Aspekt der Volksreligion.
Simon de Montfort führte 1265 die Rebellion der Barone gegen Heinrich III. an und wurde in der Schlacht von Evesham getötet. Die Rebellion hatte versucht, dem König Änderungen in der zentralen und lokalen Verwaltung aufzuzwingen, und war in gewisser Weise eine Protestbewegung des Volkes. Graf Simon wurde sofort zum Objekt eines inoffiziellen Wunderkults, der bis etwa 1280 andauerte. In England hatte seit Graf Waltheof (gest. 1076) kein anderer Laie einen Wunderkult angezogen. Er konzentrierte sich auf Montforts Grab in der Abtei von Evesham und musste mindestens zwei Jahre lang im Geheimen praktiziert werden. Graf Simon wurde nie offiziell heiliggesprochen. Im Mirakelbuch von Evesham sind rund zweihundert angebliche Ereignisse verzeichnet, und die zeitgenössischen Klagen, Gebete und Hymnen spiegeln die Bitterkeit, Verzweiflung und Sehnsucht wider, die den Kult belebten.
Die einzige frühere Ausgabe des Mirakelbuches erschien 1840; die meisten Verse und Gebete sind ebenfalls schon vor langer Zeit im Druck erschienen, allerdings in verstreuten Publikationen und ohne einheitlichen Standard. Die Dokumente sind überwiegend in lateinischer Sprache verfasst, einige wenige in französischer Sprache. Nur einige der Texte wurden bisher in englische Prosa übersetzt. Insgesamt veranschaulichen die Dokumente die Lokal- und Sozialgeschichte, die Volksreligion und die zeitgenössische Meinung in einer Zeit der Krise über verschiedene soziale Schichten hinweg.