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Conservatism: From John Adams To Churchill
In ganz Amerika wird heute der Konservatismus sowohl im politischen Spektrum als auch innerhalb der konservativen Bewegung selbst heiß diskutiert. Ein Großteil der öffentlichen Debatte ist ohne Definition oder historischen Kontext.
Diese Geschichte des Konservatismus des renommierten Historikers, Sozialkritikers und Dichters Peter Viereck will dem Bedürfnis nach einem prägnanten, ausgewogenen Bild des konservativen Denkens in all seinen verschiedenen Schattierungen und kulturellen Kontexten gerecht werden. Der analytische Teil des Buches bietet einen knappen, aber gründlichen kritischen Überblick über die wichtigsten Vertreter des Konservatismus. Viereck beginnt mit Kapiteln, die den Konservatismus selbst, seine speziellen Fachbegriffe und seine wechselnden historischen Umstände definieren.
Der Rest beschäftigt sich mit seinen eigentlichen Denkern und Staatsmännern.
Nach jeder konservativen Hauptthese werden die antikonservativen Gegenargumente zusammengefasst, und der Leser kann seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen. Obwohl der Schwerpunkt zunächst auf der konservativen politischen Philosophie liegt (von John Adams bis Churchill), werden in wichtigen Abschnitten auch die nicht-politischen Aspekte des Konservatismus hervorgehoben: in der Religion (Kardinal Newman) und im primär kulturellen Protest gegen den materiellen Fortschritt (Coleridge, Dostojewski, Melville, Henry Adams).
Jeder wichtige Punkt wird durch einen angehängten Querverweis auf eine Primärquelle in der zweiten Hälfte, einer gut ausgewählten Anthologie konservativer Schlüsseldokumente, konkret illustriert. Die Kriterien für die Aufnahme sind drei: Repräsentativität, Tiefe der Wahrnehmung, Bedeutung des Einflusses. Das Ergebnis ist keine Einheitlichkeit, sondern eine Bandbreite: von extremer intoleranter Reaktion bis hin zu einem evolutionär gemäßigten Geist.
Ersterer geht unmerklich in Autoritarismus über, letzterer in Liberalismus. Für Viereck ist der Konservatismus keine einfache Sache, denn er ist mehr ein implizites Temperament und weniger eine artikulierte Philosophie als andere politische Ideologien. Sein Ziel in diesem Band ist es, über Parteilichkeit und Spezialisierung hinauszugehen und mit Klarheit, Nüchternheit und Dokumentation sowohl den allgemeinen Leser als auch die wissenschaftliche Gemeinschaft anzusprechen.