Bewertung:

Das Buch „The Magical State“ von Coronil bietet eine faszinierende Erforschung der historischen Entwicklung der Erdölwirtschaft Venezuelas und ihrer Auswirkungen auf die aktuelle politische Landschaft. Während es aufschlussreiche historische Übersichten und Kritiken an der ölabhängigen Wirtschaft bietet, finden einige Leser die Ausführung mangelhaft und die theoretischen Aspekte nicht tiefgehend erforscht.
Vorteile:⬤ Gut geschriebene und fesselnde Erzählung
⬤ bietet einen guten Überblick über die Entwicklung Venezuelas im 20. Jahrhundert
⬤ bietet interessante Einblicke in die zersetzenden und ermöglichenden Auswirkungen der Ölmiete
⬤ provokative Ideen, die zu fantasievollem Denken über Venezuelas Identität und politische Geschichte anregen.
⬤ Theoretische Informationen können oberflächlich sein
⬤ die Verbindung zu umfassenderen Theorien der Rentenerfassung ist uninspiriert
⬤ das Buch artet gegen Ende in fragmentierte historische Anekdoten aus
⬤ erfordert möglicherweise ein Hintergrundwissen über die venezolanische Geschichte, um es vollständig zu verstehen.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
The Magical State: Nature, Money, and Modernity in Venezuela
1935, nach dem Tod des Diktators General Juan Vicente Gomez, festigte Venezuela seine Position als größter Erdölexporteur der Welt und begann, das heute am längsten bestehende demokratische Regime Südamerikas zu errichten. Ausgestattet mit der Macht des staatlichen Ölreichtums erschienen die aufeinander folgenden Präsidenten als transzendente Gestalten, die Venezuela auf magische Weise in eine moderne Nation verwandeln konnten.
Während des Ölbooms von 1974-78 versprachen schillernde Entwicklungsprojekte, diesen Wandel endlich zu vollziehen. Doch nun muss der Staat versuchen, seine ausländischen Gläubiger zu besänftigen, einer rückläufigen Wirtschaft entgegenzuwirken und eine unzufriedene Bürgerschaft zu bändigen.
In einem kritischen Dialog mit der zeitgenössischen Gesellschaftstheorie untersucht Fernando Coronil die wichtigsten Veränderungen in Venezuelas Politik, Kultur und Wirtschaft, wobei er die Entwicklungstheorien neu formuliert und die Relevanz dieser Prozesse für andere postkoloniale Nationen hervorhebt. Das Ergebnis ist eine zeitgemäße und fesselnde historische Ethnographie der politischen Macht, die an der Spitze interdisziplinärer Überlegungen zu Moderne und Staat steht.