Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche Analyse des Endes des Kalten Krieges und konzentriert sich dabei auf die Rolle der führenden Politiker Gorbatschow, Reagan und Thatcher. Es verbindet eine klare Sprache mit fundierten Recherchen und persönlichen Einblicken, was es zu einer wertvollen historischen Darstellung für Leser macht, die sich für diese entscheidende Zeit interessieren.
Vorteile:Gut recherchiert und klar geschrieben, fesselnde Erzählung, die persönliche Berichte und historische Analysen miteinander verbindet, informativ und aufschlussreich über das Zusammenspiel zwischen den Führern in einer kritischen Zeit. Das Buch ist unterhaltsam und gut lesbar und vermeidet Parteilichkeit.
Nachteile:Einige Teile sind dicht und wiederholen sich ein wenig, was es für manche Leser schwierig machen könnte. Einige Rezensionen weisen darauf hin, dass das Buch wortreich und langatmig sein könnte.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
The Human Factor: Gorbachev, Reagan, and Thatcher, and the End of the Cold War
In dieser eindringlichen Analyse der Rolle der politischen Führung bei der Beendigung des Kalten Krieges zeigt Archie Brown, warum die weit verbreitete Ansicht, dass die wirtschaftliche und militärische Stärke des Westens der Sowjetunion keine andere Wahl ließ, als sich geschlagen zu geben, falsch ist.
Um die Bedeutung der Rolle von Michail Gorbatschow, Ronald Reagan und Margaret Thatcher in den Ost-West-Beziehungen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zu verstehen, geht Brown auf mehrere konkrete Fragen ein: Welche Werte und Annahmen vertraten diese Führungspersönlichkeiten, und wie entwickelten sich ihre Vorstellungen? Welches waren die wichtigsten Einflüsse auf sie? Inwieweit spiegelten sie die Ansichten ihres eigenen politischen Establishments wider oder forderten sie heraus? Wie wichtig waren ihre Beziehungen untereinander für die Beendigung des Ost-West-Konflikts? Hätte irgendeine der realistisch betrachtet alternativen Führungspersönlichkeiten ihrer Länder zu dieser Zeit annähernd die gleiche Politik verfolgt? Anfang der 1980er Jahre wurde der Kalte Krieg kälter, und die Beziehungen zwischen den beiden militärischen Supermächten USA und Sowjetunion, von denen jede die Fähigkeit besaß, die andere auszulöschen, waren angespannt.
Am Ende des Jahrzehnts hatten sich die Ost-West-Beziehungen völlig verändert, und die meisten Trennlinien - einschließlich der Teilung Europas - waren aufgehoben. Das Engagement zwischen Gorbatschow und Reagan war ein entscheidender Teil dieses Veränderungsprozesses. Noch überraschender war die Rolle Thatchers.
Sie, die von Reagan als seine ideologische und politische Seelenverwandte angesehen wurde, baute auch eine starke und unterstützende Beziehung zu Gorbatschow auf (die drei Monate vor seinem Amtsantritt begann). Indem sie Gorbatschow in Washington als "einen Mann, mit dem man Geschäfte machen kann", förderte, wurde sie, in den Worten ihres außenpolitischen Beraters Sir Percy Cradock, "ein Agent des Einflusses in beide Richtungen".