Bewertung:

Das Buch erforscht die psychologischen Profile von Nazi-Kriegsverbrechern, insbesondere durch die Linse des Psychiaters Dr. Douglas Kelley und seine Interaktionen mit Hermann Göring während der Nürnberger Prozesse. Obwohl das Buch faszinierende Einblicke bietet, fanden viele Leser, dass es an Tiefe und Fokus mangelt und sich oft mehr mit Kelleys Leben als mit den Nazis selbst beschäftigt.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert
⬤ bietet neue Perspektiven auf die Psychologie der Nazis
⬤ einnehmender Schreibstil
⬤ hebt die Komplexität des Charakters hervor
⬤ bietet wertvolle historische Einblicke
⬤ gute Quelle für Psychologie- und Geschichtsinteressierte.
⬤ Irreführender Titel und Umschlag
⬤ mangelnde Konzentration und Tiefe bei der Erforschung des Themas
⬤ zu starke Betonung von Kelleys Biografie statt der Nazi-Angeklagten
⬤ unzureichende Einblicke in die psychologischen Bewertungen und Interpretationen
⬤ mehrere Leser fühlten sich von der Tiefe der Analyse enttäuscht.
(basierend auf 97 Leserbewertungen)
The Nazi and the Psychiatrist: Hermann Gring, Dr. Douglas M. Kelley, and a Fatal Meeting of Minds at the End of WWII
1945, nach seiner Gefangennahme am Ende des Zweiten Weltkriegs, kam Hermann Göring mit sechzehn Koffern und einer roten Hutschachtel in einem von den Amerikanern geführten Internierungslager im kriegszerstörten Luxemburg an. In den Koffern befanden sich allerlei Utensilien: Medaillen, Edelsteine, zwei Zigarrenabschneider, Seidenunterwäsche, eine Wärmflasche und umgerechnet eine Million in bar. In einer Kaffeedose versteckt, befanden sich Messingfläschchen mit Glaskapseln, die eine klare Flüssigkeit und einen weißen Niederschlag enthielten: Kaliumcyanid. Zu Göring gesellte sich in der Haftanstalt die Elite des gefangenen Naziregimes: Großadmiral Donitz, der Oberbefehlshaber der Wehrmacht Wilhelm Keitel und sein Stellvertreter Alfred Jodl, der psychisch labile Robert Ley, der selbstmordgefährdete Hans Frank, der pornografische Propagandist Julius Streicher - insgesamt zweiundfünfzig hochrangige Nazis, von denen Göring die dominierende Figur war.
Um sicherzustellen, dass die schurkischen Gefangenen für den Prozess in Nürnberg tauglich waren, schickte die US-Armee einen ehrgeizigen Militärpsychiater, Captain Douglas M. Kelley, um ihr psychisches Wohlbefinden während ihrer Haft zu überwachen. Kelley erkannte, dass sich ihm die berufliche Chance seines Lebens bot: Er sollte bei diesen Erzverbrechern ein besonderes Merkmal entdecken, das sie psychologisch vom Rest der Menschheit unterscheiden würde. So begann eine bemerkenswerte Beziehung zwischen Kelley und seinen Entführern, die hier zum ersten Mal anhand von Kelleys lange verborgenen Papieren und medizinischen Aufzeichnungen erzählt wird.
Kelleys Suche war gefährlich, gefährlich deshalb, weil er wider Erwarten begann, einige der gefangenen Nazis zu schätzen und zu verstehen, keinen mehr als den ehemaligen Reichsmarschall Hermann Göring. Das Böse hatte seine Reize.