Der Netzwahn: Die dunkle Seite der Internetfreiheit

Bewertung:   (4,3 von 5)

Der Netzwahn: Die dunkle Seite der Internetfreiheit (Evgeny Morozov)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch „The Net Delusion“ von Evgeny Morozov kritisiert die allzu optimistischen Ansichten über das Internet als Instrument zur Förderung von Demokratie und Freiheit. Morozov argumentiert, dass das Internet häufig von bestehenden Machtstrukturen vereinnahmt wird und dass es von autoritären Regimen ebenso effektiv genutzt werden kann wie von demokratischen Bewegungen. Das Buch bietet einen historischen Kontext und viele Anekdoten, um seine Behauptungen zu untermauern, und übt gleichzeitig eine ausgewogene Kritik sowohl am Technikoptimismus als auch an den falschen Vorstellungen über die politische Rolle des Internets. Einige Leser sind jedoch der Meinung, dass das Buch zu umfangreich und repetitiv ist.

Vorteile:

Bietet eine zum Nachdenken anregende Kritik am Internet-Utopismus und bewertet die tatsächlichen politischen Auswirkungen des Internets.
Gut recherchiert mit einer Vielzahl von globalen Beispielen.
Fesselnder Schreibstil mit Witz und schwarzem Humor.
Bietet eine historische Perspektive, die das Verständnis für aktuelle Ereignisse fördert.
Er macht wichtige Unterscheidungen zwischen verschiedenen Benutzerkontexten und den Machtstrukturen, in denen sie agieren.

Nachteile:

Einige Leser empfinden die Argumente als repetitiv, und das Buch hätte von einem prägnanteren Lektorat profitieren können.
Die Analyse mag unvollständig erscheinen oder es fehlt an konkreten Lösungen für die beschriebenen Probleme.
Kritisiert wird der enge Fokus auf bestimmte Technologien und die Vernachlässigung anderer, die die Demokratisierung fördern könnten.
Der Stil wird von einigen als pedantisch empfunden, was den Gesamteindruck des Buches schmälert.

(basierend auf 76 Leserbewertungen)

Originaltitel:

The Net Delusion: The Dark Side of Internet Freedom

Inhalt des Buches:

Die Revolution wird getwittert! erklärte der Journalist Andrew Sullivan nach dem Ausbruch der Proteste im Iran im Juni 2009. Doch bei allem Gerede über die demokratisierende Kraft des Internets sind die Regime im Iran und in China so stabil und repressiv wie eh und je.

Tatsächlich nutzen autoritäre Regierungen das Internet, um die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken, ihre Überwachungstechniken zu verfeinern, modernste Propaganda zu verbreiten und ihre Bevölkerungen mit digitaler Unterhaltung zu besänftigen. Könnte die jüngste Besessenheit des Westens, die Demokratie mit digitalen Mitteln zu fördern, nach hinten losgehen? In diesem temperamentvollen Buch zeigt der Journalist und Sozialkommentator Evgeny Morozov, dass westliche Weltverbesserer, die dem angeblich demokratisierenden Charakter des Internets verfallen sind, möglicherweise übersehen haben, dass das Internet auch Diktatoren festigt, Dissidenten bedroht und die Förderung der Demokratie erschwert - nicht erleichtert. Schlagworte wie Staatskunst des 21.

Jahrhunderts klingen in PowerPoint-Präsentationen gut, aber die Realität ist, dass die digitale Diplomatie genauso viel Aufsicht und Rücksichtnahme erfordert wie jede andere Art der Diplomatie. Anhand von überzeugenden Beweisen zeigt Morozov, warum wir aufhören müssen, das Internet und die sozialen Medien als von Natur aus befreiend zu betrachten, und warum ehrgeizige und scheinbar edle Initiativen wie die Förderung der Internetfreiheit katastrophale Auswirkungen auf die Zukunft der Demokratie insgesamt haben könnten.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9781610391061
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2012
Seitenzahl:448

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