
Public and Private Man in Shakespeare
Die potentielle Dualität des menschlichen Charakters und seine Fähigkeit, sich zu verstellen, faszinierte die elisabethanischen Dramatiker. Während viele von ihnen das machiavellistische Bild nutzten, um einen schöngesichtigen, intriganten Bösewicht nach dem anderen zu zeichnen, beschäftigte sich Shakespeare intensiver mit dem Problem der Spannungen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Gesicht des Menschen.
Dieses Buch, das ursprünglich 1983 veröffentlicht wurde, untersucht die Art und Weise, wie diese psychologische Einsicht als Quelle dramatischer Kraft in Shakespeares Karriere entwickelt und modifiziert wird. In der großen Reihe der Historienspiele untersucht er die widersprüchlichen Spannungen zwischen Königtum und Menschlichkeit, und das zerstörerische Potenzial dieses Dilemmas wird in den „Problemstücken“ voll ausgeschöpft.
In den letzten Stücken scheinen Macht und Tugend gänzlich entkoppelt zu sein: Prospero kann sich nur dann in Frieden zur Ruhe setzen, wenn er seine gesamte Macht abgibt. Dieses Thema ist für die Kunst vieler Dramatiker von zentraler Bedeutung, aber im Kontext der politischen Philosophie der Renaissance findet es bei Shakespeare eine zusätzliche Resonanz.