Bewertung:

Das Buch stellt eine detaillierte wissenschaftliche Untersuchung der Präexistenz Christi dar, wie sie in den synoptischen Evangelien gelehrt wird, und stellt traditionelle Ansichten in Frage, die diesen Glauben allein dem Johannesevangelium vorbehalten. Gathercole argumentiert akribisch, wobei er sich sowohl mit den Befürwortern als auch mit den Gegnern auseinandersetzt und gleichzeitig eine kontextuelle Analyse liefert, die das Verständnis der relevanten Bibelstellen verbessert.
Vorteile:Gut recherchiert und klar geschrieben, macht es komplexe theologische Themen zugänglich. Der Autor liefert eine überzeugende, wissenschaftlich fundierte Argumentation, die sowohl zeitgenössische als auch historische Gesichtspunkte einbezieht. Das Buch gilt als bedeutender Beitrag zu den Diskussionen über die antike Christologie, da es einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise darstellt, wie die synoptischen Evangelien in Bezug auf die Präexistenz Christi verstanden werden.
Nachteile:Einige Leser könnten das Buch aufgrund seiner umfangreichen wissenschaftlichen Verweise und Argumente als sehr umfangreich empfinden. Außerdem könnte die Infragestellung weit verbreiteter Ansichten nicht bei allen Gelehrten gut ankommen, vor allem nicht bei denen, die an traditionellen Interpretationen der Evangelien festhalten.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
The Preexistent Son: Recovering the Christologies of Matthew, Mark, and Luke
In diesem anspruchsvollen Buch widerspricht der aufstrebende Neutestamentler Simon Gathercole einer unter Bibelwissenschaftlern weit verbreiteten Ansicht, dass das Johannesevangelium das einzige Evangelium ist, das die himmlische Identität und Präexistenz Jesu belegt.
Der präexistente Sohn zeigt, dass sich auch Matthäus, Markus und Lukas sehr wohl bewusst waren, dass der Sohn Gottes vor seinem irdischen Wirken beim Vater existierte. Gathercole stützt seine Argumentation, indem er die „Ich bin gekommen“-Sprüche Jesu und auffallend ähnliche Engelssprüche betrachtet, die in der Literatur des Zweiten Tempels und in der rabbinischen Literatur entdeckt wurden.
Außerdem befasst er sich mit verwandten Themen wie der Weisheitschristologie und den Titeln, die in den synoptischen Evangelien auf Jesus angewandt werden. Gathercoles sorgfältig recherchiertes Werk dürfte die Debatte unter Synoptikern anregen und das Verständnis aller an dieser neutestamentlichen Frage Interessierten erweitern.