Bewertung:

Das Buch stellt eine wissenschaftliche Untersuchung der Heilsgeschichte aus jüdischer Sicht dar, wobei der Schwerpunkt auf der Neuen Sichtweise des Paulus liegt. Es erörtert die jüdische Soteriologie und argumentiert für eine Auffassung der Werkgerechtigkeit, die im Gegensatz zu den jüngsten wissenschaftlichen Interpretationen steht. Während es für seine Einsichten und Argumente, insbesondere in Bezug auf den Römerbrief, gelobt wird, weisen einige Rezensionen auf Probleme mit der Formatierung der Kindle-Ausgabe hin.
Vorteile:⬤ Bietet eine andere, fundierte Perspektive auf die Heilsgeschichte aus jüdischer Sicht.
⬤ Ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit mit gut bearbeiteter Kindle-Version.
⬤ Bietet wertvolle Argumente gegen die Neue Sichtweise auf Paulus.
⬤ Enthält wichtige Beobachtungen zur jüdischen und christlichen Soteriologie.
⬤ Bedeutsamer Beitrag zu theologischen Debatten, insbesondere zur Auslegung der Schriften des Paulus.
⬤ Der Text kann schwerfällig sein, mit inkonsistenten Personenbezügen und Namensnennungen, die die Lesbarkeit beeinträchtigen.
⬤ Formatierungsprobleme in der Kindle-Version: Einige Texte erscheinen durcheinander oder sind abgeschnitten, was es schwierig macht, dem Inhalt in bestimmten Abschnitten zu vertrauen.
⬤ Einige Unklarheiten in den Argumenten können zu Fehlinterpretationen über die Haltung des Autors zu theologischen Fragen führen, was die Leser in die Irre führen könnte.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Where Is Boasting?: Early Jewish Soteriology and Paul's Response in Romans 1-5
Dieses wichtige Werk stellt die Gültigkeit der "Neuen Sichtweise" auf Paulus und das Judentum in Frage. Auf der Grundlage neuer Daten aus der jüdischen Literatur und einer neuen Lesart von Römer 1-5 übt Simon Gathercole eine weitreichende Kritik an der gegenwärtigen Herangehensweise an Paulus und zeigt einen neuen Weg auf.
Aufbauend auf einer detaillierten Untersuchung der letzten Generation von Gelehrten, die sich mit Paulus und dem frühen Judentum befasst haben, geht Gathercole in seiner Arbeit zwei Wege. Erstens zeigt er, dass das frühe Judentum zwar nicht wirklich auf eine legalistische Werksgerechtigkeit ausgerichtet war, aber den Gehorsam gegenüber dem Gesetz als wichtiges Kriterium für das Endgericht ansah. Auf der Grundlage dieser Rekonstruktion des jüdischen Denkens und einer erneuten Lektüre von Römer 1-5 bringt Gathercole sein Hauptargument vor - dass Paulus in der Tat eine jüdische Perspektive bekämpfte, die den Gehorsam gegenüber dem Gesetz sowohl als mögliches als auch als Kriterium für die Rechtfertigung im Endgericht ansah.
Paulus antwortet, dass der Gehorsam gegenüber dem Gesetz kein Kriterium für das Endgericht ist, weil die menschliche Natur den Gehorsam gegenüber dem Gesetz unmöglich macht. Seine Rechtfertigungslehre kann also durchaus in ihrem jüdischen Kontext betrachtet werden, doch stehen auch anthropologische Fragen im Mittelpunkt.