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The Price of Nuclear Power: Uranium Communities and Environmental Justice
Steigende Preise für fossile Brennstoffe und die Besorgnis über Treibhausgasemissionen führen zu einer Renaissance der Kernenergie und zu einer Wiederbelebung des Uranbergbaus im amerikanischen Westen. In The Price of Nuclear Power porträtiert die Umweltsoziologin Stephanie Malin mehrere Uran-Gemeinden vor Ort, die zwischen dem schädlichen Erbe früherer Bergbau-Booms und den potenziellen Chancen einer neuen wirtschaftlichen Entwicklung stehen. Vor diesem Hintergrund untersucht sie, wie die sich wandelnden Vorstellungen von Umweltgerechtigkeit zu unterschiedlichen Auffassungen über die Nachhaltigkeit der Kernenergie und zu ebenso divergierenden Formen des sozialen Aktivismus führen. Auf der Grundlage umfangreicher Feldforschungen in ländlichen, abgelegenen Städten wie Monticello, Utah, und Nucla und Naturita, Colorado, sowie in gehobenen Gemeinden wie Telluride, Colorado, und unter Einbeziehung von Interviews mit Gemeindeleitern, Umweltaktivisten, Strahlenschutzbehörden und Führungskräften aus dem Bergbau deckt Malin ein grundlegendes Paradoxon der nuklearen Renaissance auf: Die Gemeinden, die am meisten unter den Altlasten des Urans leiden - wie hohe Raten von Krebserkrankungen, Atemwegsbeschwerden und Fortpflanzungsstörungen - waren eigentlich schnell bereit, die Erneuerung der Industrie zu unterstützen. Sie zeigt, dass viele verarmte Gemeinden den Bergbau nicht nur wegen der Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützen, sondern auch aus einer persönlichen Identifikation mit dem Uran, einem Gefühl von Patriotismus und neuen Vorstellungen von Umweltbewusstsein.
Andere Gemeinden wie Telluride sind jedoch zu Orten des Widerstands geworden, die den Versprechungen der Industrie und der Regierung hinsichtlich eines sicheren Bergbaus skeptisch gegenüberstehen und befürchten, dass die behördliche Durchsetzung nicht stark genug sein wird. Tatsächlich zeigt Malin, dass die nukleare Renaissance die sozialen Spaltungen auf dem Colorado Plateau verschärft und den sozialen Zusammenhalt bedroht hat. Malin veranschaulicht außerdem, dass die erneute Uranproduktion keine sozial nachhaltige Form der Energieentwicklung für ländliche Gemeinden darstellt, da sie völlig von instabilen globalen Märkten abhängig ist.
The Price of Nuclear Power ist ein aufschlussreiches Porträt der lokalen Auswirkungen der nuklearen Renaissance und der sozialen und ökologischen Spannungen, die mit der Wiedergeburt des Uranbergbaus einhergehen.