Bewertung:

Das Buch „Der Rhein: An Eco-Biography“ von Marc Cioc bietet eine spannende und wissenschaftliche Untersuchung der Geschichte und des Wandels des Rheins. Es geht über bloße Reiseberichte hinaus und konzentriert sich auf die ökologischen und industriellen Veränderungen, die der Fluss vom frühen 19. Jahrhundert bis zum Jahr 2000 durchlaufen hat, und stellt sie in den Kontext menschlicher Technik und ökologischer Auswirkungen.
Vorteile:⬤ Lebendiger und aufschlussreicher Schreibstil
⬤ gut recherchiert und umfassend
⬤ liefert wertvollen Kontext für das Verständnis der Umweltprobleme des Rheins
⬤ enthält interessante historische Perspektiven
⬤ nützlich für diejenigen, die sich für Umweltgeschichte interessieren.
⬤ Sehr technisch und detailliert, was vielleicht nicht alle Leser anspricht
⬤ nicht als einführender Führer zu den Rheinflussgemeinschaften geeignet
⬤ enthält möglicherweise mehr Tiefe als für Gelegenheitsleser oder diejenigen, die Freizeitaktivitäten planen, notwendig ist.
(basierend auf 16 Leserbewertungen)
The Rhine: An Eco-Biography, 1815-2000
Der Rhein ist Europas wichtigster Handelsweg und kanalisiert die Handelsströme zwischen der Schweiz, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. In dieser innovativen Studie konzentriert sich Mark Cioc auf den Fluss ab dem Zeitpunkt, als der Wiener Kongress 1815 eine multinationale Kommission einsetzte, die die Aufgabe hatte, den Fluss für Handelszwecke effizienter zu machen. Er untersucht die ingenieurtechnischen und administrativen Entscheidungen der nächsten anderthalb Jahrhunderte, die zu einem rasanten industriellen Wachstum sowie zu einer tiefgreifenden Umweltzerstörung führten, und hebt die teilweise erfolgreichen Restaurierungsbemühungen hervor, die seit den 1970er Jahren bis heute unternommen wurden.
Der Rhein ist ein klassisches Beispiel für einen "Mehrzweckfluss", der gleichzeitig für den Verkehr, die Industrie und die Landwirtschaft, die städtische Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, die Stromerzeugung aus Wasserkraft und die Freizeitgestaltung genutzt wird. Er lädt daher zum Vergleich mit ähnlich überlasteten Flüssen wie dem Mississippi, dem Hudson, dem Colorado und dem Columbia ein. Die Umweltprobleme des Rheins sind jedoch noch größer als die anderer Flüsse, weil er so dicht besiedelt ist (50 Millionen Menschen leben an seinen Grenzen), so hoch industrialisiert (10 % der weltweiten Chemieproduktion) und so kurz (775 Meilen Länge).
Zwei Jahrhunderte ununterbrochener hydraulischer Basteleien haben zu einem Rhein mit einem schlanken Profil geführt. Auf der Suche nach einem perfekten kanalähnlichen Fluss haben die Ingenieure ihn mehr verändert als jeden anderen großen Fluss der Welt. Infolgedessen hat der Fluss zwischen 1815 und 1975 den größten Teil seiner natürlichen Auen, seiner Ufervegetation, seiner Wanderfische und seiner Artenvielfalt verloren. Die jüngsten Bemühungen um die Wiederherstellung dieser Artenvielfalt sind zwar ermutigend, können aber nur begrenzten Erfolg haben, da viele der strukturellen Veränderungen des Flusses unumkehrbar sind.
Der Rhein: Eine Öko-Biographie, 1815-2000 macht deutlich, wie zentral der Fluss für alle Aspekte des politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Lebens in Europa in den letzten zweihundert Jahren war.