Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 11 Stimmen.
Death and the Regeneration of Life
Es ist ein klassisches anthropologisches Paradoxon, dass Symbole der Wiedergeburt und Fruchtbarkeit in Begräbnisritualen auf der ganzen Welt häufig zu finden sind. In den hier versammelten Originalaufsätzen wird dieses Phänomen anhand von Erkenntnissen aus China, Indien, Neuguinea, Lateinamerika und Afrika neu untersucht.
Die Autoren, die jeweils Spezialisten auf einem dieser Gebiete sind, haben eng zusammengearbeitet, um einen wirklich innovativen theoretischen Ansatz für die Untersuchung der Symbolik rund um den Tod zu entwickeln, der in einer wichtigen Einleitung der Herausgeber vorgestellt wird. Das Hauptanliegen des Bandes ist die Art und Weise, wie Bestattungsrituale das Bild des Lebens als dialektischen Fluss, der Austausch und Transaktion, Ehe und Fortpflanzung einschließt, dramatisch in das Bild einer stillen, transzendentalen Ordnung umwandeln, in der Gegensätze wie die zwischen dem Selbst und dem Anderen, dem Ehemann und der Ehefrau, dem Brahmanen und dem Unberührbaren, der Geburt und damit dem Tod aufgehoben sind. Dieser Wandel geht häufig mit einer allgemeinen Abwertung der Biologie und insbesondere der Sexualität einher, der eine spirituellere und kontrolliertere Quelle des Lebens gegenübergestellt wird.
Die Rolle der Frau, die häufig mit biologischen Prozessen, Trauer und Todesverschmutzung in Verbindung gebracht wird, ist in den Begräbnisritualen häufig vorherrschend, und dieses Buch leistet mit seiner Untersuchung einen weiteren Beitrag zum Verständnis der Symbolik der Geschlechter. Die Todesrituale und die Symbolik der Wiedergeburt werden auch im Zusammenhang mit den politischen Prozessen der verschiedenen betrachteten Gesellschaften analysiert, und es wird argumentiert, dass die soziale Ordnung und die politische Organisation durch eine Ausnutzung der Emotionen und der Biologie legitimiert werden können.