Bewertung:

Das Buch „Ike: Psychological Cold Warrior“ von Kenneth Osgood bietet eine gründliche Untersuchung von Präsident Eisenhowers Einsatz von Propaganda während des Kalten Krieges und vertritt die Ansicht, dass seine Kommunikationsstrategien im ideologischen Kampf gegen die Sowjetunion von entscheidender Bedeutung waren. Der Autor stellt Eisenhower als proaktive Führungspersönlichkeit und nicht als passive Galionsfigur dar, die sich intensiv mit den psychologischen Kämpfen der damaligen Zeit auseinandersetzte. Durch die Verwendung neu freigegebenen Materials trägt das Werk wesentlich zum Verständnis von Eisenhowers Präsidentschaft und seiner strategischen Kommunikationsbemühungen bei.
Vorteile:⬤ Bietet eine tiefgreifende Geschichte von Eisenhowers Propagandakampagnen.
⬤ Hebt die Bedeutung der Kommunikation in der ideologischen Kriegsführung hervor.
⬤ Verwendet umfangreiches, neu freigegebenes Dokumentationsmaterial.
⬤ Bewertet Eisenhowers Präsidentschaft neu und stellt ihn als aktiven und bewussten Führer dar.
⬤ Bietet Einsichten, die auf zeitgenössische Themen anwendbar sind, wie z.B. das Entgegenwirken moderner Narrative.
⬤ Kann von Gelegenheitslesern als dicht oder zu akademisch empfunden werden.
⬤ Könnte Vorkenntnisse über die Geschichte des Kalten Krieges erfordern, um das Buch vollständig zu verstehen.
⬤ Konzentriert sich stark auf die Propaganda, was für diejenigen, die einen breiteren Überblick über Eisenhowers Politik suchen, möglicherweise nicht attraktiv ist.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Total Cold War: Eisenhower's Secret Propaganda Battle at Home and Abroad
Als Präsident Dwight Eisenhower von einem totalen Kalten Krieg sprach, meinte er damit nichts weniger als einen globalen, allumfassenden Kampf um die Herzen und Köpfe. Seine weitreichende Propagandakampagne forderte den Weltkommunismus auf Schritt und Tritt heraus und hinterließ einen bleibenden Eindruck in der amerikanischen Psyche.
Kenneth Osgood berichtet nun über die geheimen Programme zur psychologischen Kriegsführung, die Amerika auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges entwickelte. Diese Programme - die oft nicht von verdeckten Operationen der CIA zu unterscheiden waren - gingen weit über Kampagnen zur Schürung von Unruhen hinter dem Eisernen Vorhang hinaus. Die Bemühungen waren global: Die Propagandakampagnen der USA richteten sich gegen praktisch jedes Land der freien Welt.
Total Cold War zeigt auch, dass Eisenhower seinen Propagandakrieg nicht nur im Ausland, sondern auch im eigenen Land führte. Die US-amerikanischen Programme zur psychologischen Kriegsführung verwischten die Grenzen zwischen ausländischer und inländischer Propaganda mit Kampagnen, die sowohl auf die amerikanische Bevölkerung abzielten als auch sie als aktive Teilnehmer in den globalen Wettbewerb um die öffentliche Meinung einbanden.
Osgood konzentriert sich auf große Kampagnen wie Atoms for Peace, People-to-People und kulturelle Austauschprogramme. Er stützt sich auf kürzlich freigegebene Dokumente, die psychologische Operationen der USA in etwa drei Dutzend Ländern dokumentieren, und schildert, wie die US-Propagandaagenturen der Welt den amerikanischen Alltag präsentierten: die Bürger lebten ein erfülltes, glückliches Leben in einer klassenlosen Gesellschaft, in der der wirtschaftliche Reichtum von allen geteilt wurde. Osgood untersucht ferner, wie die Abrüstungsverhandlungen der Supermächte als Propagandamanöver im Kampf um die internationale öffentliche Meinung eingesetzt wurden. Er untersucht auch die frühen Jahre des Weltraumwettlaufs und konzentriert sich dabei besonders auf die Herausforderung, die der sowjetische Start des Sputniks für die amerikanischen Propagandisten darstellte.
Am aufschlussreichsten ist vielleicht, dass Osgood einen neuen Blick auf die Führungsrolle von Präsident Eisenhower wirft. Er glaubt, dass die psychologische Kriegsführung eine wirksame Waffe in Amerikas Arsenal ist, und zeigt Ike auf diesen Seiten nicht als eine desinteressierte Galionsfigur, wie er oft dargestellt wurde, sondern als einen aktivistischen Präsidenten, der die nationale Sicherheit tiefgreifend prägte.
Osgoods unverwechselbare Interpretation stellt die Propagandakampagnen des Kalten Krieges in den Kontext einer internationalen Arena, die sich durch die Kommunikationsrevolution und das Zeitalter der Massenpolitik und des totalen Krieges drastisch verändert hat. Es bietet eine neue Perspektive auf die öffentliche Diplomatie, auch wenn die Amerikaner heute weiterhin mit den Herausforderungen zu kämpfen haben, andere Herzen und Köpfe in einem neuen globalen Kampf zu gewinnen.