
The Inconvenient Lonnie Johnson: Blues, Race, Identity
Lonnie Johnson ist eine Blueslegende. Seine Virtuosität auf der Bluesgitarre ist unübertroffen, und sein Einfluss auf Künstler von T-Bone Walker und B. B. King bis Eric Clapton ist unbestritten. Doch Johnson beherrschte mehrere Instrumente. Er nahm mit Jazz-Ikonen wie Duke Ellington und Louis Armstrong auf und spielte Varietémusik, Balladen und populäre Lieder.
In diesem Buch wirft Julia Simon einen genaueren Blick auf Johnsons musikalisches Vermächtnis. Unter Berücksichtigung seines Gesamtwerks präsentiert Simon detaillierte Analysen von Johnsons Musik - seinen Texten, seiner Technik und seinem Stil - unter besonderer Berücksichtigung des soziohistorischen Kontextes. Der 1894 in New Orleans geborene Johnson wurde in seinen frühen Lebensjahren von einem französisch-kolonialen Verständnis von Ethnie geprägt, das den Gegensatz zwischen Schwarz und Weiß in Frage stellt. Seine Performances stellen nicht nur konventionelle Auffassungen von Ethnie in Frage, sondern auch feste Vorstellungen von Identität. Johnson war in der Lage, Gattungs-, Stil- und andere Grenzen fast mühelos zu überschreiten und zeigte eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit in einem Musikkorpus, der über sechs Jahrzehnte hinweg produziert wurde. Simon stellt uns einen musikalischen Innovator und Interpreten vor, der sich seines Publikums und der sozialen Kategorien von Ethnie, Klasse und Geschlecht, die die Musik seiner Zeit prägten, sehr bewusst war.
Lonnie Johnsons Musik fordert uns heraus, nicht nur über das nachzudenken, was wir im "Blues" erkennen und schätzen, sondern auch über das, was wir ungeprüft lassen, nicht erklären können oder nicht hören wollen. The Inconvenient Lonnie Johnson bietet eine Neubewertung von Johnsons musikalischem Vermächtnis und erschwert grundlegende Annahmen über den Blues, seine Produktion und seine Rezeption.