
Debt and Redemption in the Blues: The Call for Justice
Dieser Band untersucht Konzepte von Freiheit und Unfreiheit im Blues und vertritt die These, dass dieses Musikgenre ausdrücklich zur Abrechnung aufruft und gleichzeitig den Glauben an eine künftige säkulare Gerechtigkeit zum Ausdruck bringt.
Julia Simon stellt die Bluesmusik in den historischen Kontext des Südens nach der Reconstruction, des Jim-Crow-Amerikas und der Bürgerrechtsära und findet in den lyrischen Darstellungen des romantischen und sexuellen Verrats eine tiefe Symbolik. Der Blues zeigt das verworrene Netz aus Betrug und Verstrickung an, das die körperliche, sozioökonomische und politische Bewegung der Afroamerikaner einschränkt. Simon untersucht die Bluesmusik von den 1920er Jahren bis ins frühe einundzwanzigste Jahrhundert und konzentriert sich bei ihren Analysen auf wirtschaftliche Beziehungen wie Sharecropping, Hausverkauf, Schuldknechtschaft, kriminelle Bürgschaft und Sträflingsleasing. Sie zeigt, wie die Musik diese ausbeuterische Wirtschaftsgeschichte widerspiegelt und wie sie von der Warenproduktion im rassifizierten Kapitalismus geprägt ist. Simon untersucht die Texte, Techniken und Stile einer Vielzahl von Bluesmusikern, darunter Bessie Smith, Blind Lemon Jefferson, Big Bill Broonzy, Muddy Waters, B. B. King, Albert Collins und Kirk Fletcher, und argumentiert eindringlich, dass die Forderung nach Rassengerechtigkeit im Zentrum des Blues steht.
Eine hochentwickelte Interpretation der Blues-Tradition, durchdrungen von Musikwissenschaft, Sozialgeschichte und kritisch-kultureller Hermeneutik, verdeutlicht Debt and Redemption nicht nur den Blues als ästhetische Tradition, sondern, was noch wichtiger ist, beweist, dass er eine Theorie der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung und des Wandels vorantreibt.