
Diasporas and Transportation of Homeland Conflicts: Inter-Group Dynamics and Host Country Responses
Dieses Buch untersucht die Transformation und Neuerfindung der Politik von Diaspora-Gruppen in den Ländern, in denen sie leben, durch Konflikte. Zahlreiche Narrative stellen eine Verbindung zwischen Diaspora und Konflikten her: Diasporas werden abwechselnd als Friedenszerstörer oder Friedensstifter, als Produkte von erzwungener Migration im Zusammenhang mit Konflikten oder als Zielscheibe einer Politik der Versicherheitlichung gesehen. Die „transportierten Konflikte“, die innerhalb der Diaspora und zwischen den Diasporas in ihren Wohnsitzländern auftreten, sind jedoch noch relativ wenig erforscht, werden oft missverstanden und mit „kriminellen“ oder „terroristischen“ Aktivitäten in Verbindung gebracht.
Die Kapitel in diesem Band lenken unsere Aufmerksamkeit auf verschiedene miteinander verknüpfte Zeitlichkeiten, die die Muster des Konflikttransports erklären, wie z. B. die "temps long" der diasporischen Mobilisierung, das Hier und Jetzt der Geschehnisse in den Aufnahme- und Heimatländern sowie die Mikrozeitlichkeiten und die Lebenswege der Diaspora. Schließlich zeigen die Beiträge, dass Muster, Formen und sogar das Auftreten von Konflikttransporten je nach Maßstab und Raum variieren. Hochgradig politisierte Formen der Konfrontation sind nicht unbedingt repräsentativ für die alltäglichen Interaktionen zwischen Diaspora-Gruppen, die diskrete, aber greifbare Formen der Zusammenarbeit und sogar der Solidarität beinhalten können. Dieser Sammelband ruft dazu auf, die Zusammenhänge zwischen Diaspora und Konflikten differenzierter zu betrachten, um nicht in die Falle der Essentialisierung zu tappen.
Die Kapitel in diesem Buch wurden ursprünglich in Ethnopolitics veröffentlicht.