Bewertung:

Das Buch bietet eine erstklassige, zum Nachdenken anregende Perspektive auf die Philosophie der Mathematik und ihre Anwendung auf die physikalischen Wissenschaften, leidet aber auch unter erheblicher Kritik an seinem Inhalt und Ansatz. Einige Leser finden, dass der Titel irreführend ist und es dem Buch an Tiefe fehlt, was zu Enttäuschungen führt.
Vorteile:⬤ Schlüssiger, erstklassiger Text
⬤ zum Nachdenken anregender Inhalt
⬤ dient als nützliche Ergänzung und teilweises Korrektiv zu den Ansichten anderer Denker.
⬤ Irreführender Titel
⬤ nicht auf das interessante Thema der Effektivität der Mathematik in der Physik fokussiert
⬤ Kritiken an Physikern scheinen unbegründet und lassen zeitgemäßes Verständnis vermissen
⬤ einige philosophische Missverständnisse, so dass es sich wie Zeitverschwendung anfühlt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Applicability of Mathematics as a Philosophical Problem
Dieses Buch analysiert die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Mathematik in den physikalischen Wissenschaften und stellt eine verblüffende These auf - der Erfolg der mathematischen Physik scheint dem menschlichen Geist einen besonderen Platz im Kosmos zuzuweisen.
Mark Steiner unterscheidet zwischen den semantischen Problemen, die sich aus dem Einsatz der Mathematik bei der logischen Deduktion ergeben, den metaphysischen Problemen, die sich aus der angeblichen Kluft zwischen mathematischen Objekten und der physischen Welt ergeben, den deskriptiven Problemen, die sich aus dem Einsatz der Mathematik zur Beschreibung der Natur ergeben, und den erkenntnistheoretischen Problemen, die sich aus dem Einsatz der Mathematik zur Entdeckung eben dieser Beschreibungen ergeben.
Die erkenntnistheoretischen Probleme führen zu der These über den Geist. Häufig wird behauptet, dass das Universum den menschlichen Zielen und Werten gegenüber gleichgültig sei, und deshalb bezweifelten beispielsweise Locke und Peirce die Fähigkeit der Wissenschaft, die Gesetze zu entdecken, die das menschlich Unbeobachtbare regieren. Steiner argumentiert, dass diese Gesetze im Gegenteil mit Hilfe von mathematischen Analogien entdeckt wurden, was zu einem anthropozentrischen Bild des Universums führt, das für die menschliche Erkenntnis „benutzerfreundlich“ ist - eine Herausforderung für das fest verankerte Dogma des Naturalismus.