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The Apocalypse and the End of History: Modern Jihad and the Crisis of Liberalism
Wie die politische Gewalt des modernen Dschihad die Krisen des westlichen Liberalismus widerspiegelt
In dieser maßgeblichen, leicht verständlichen Studie untersucht die Historikerin Suzanne Schneider die Politik und Ideologie des Islamischen Staates (besser bekannt als ISIS). Schneider argumentiert, dass der heutige Dschihad nicht das Überbleibsel einer weniger aufgeklärten Zeit ist und auch nicht viel mit seiner klassischen oder mittelalterlichen Form gemein hat. Er weist jedoch eine verblüffende Ähnlichkeit mit den reaktionären politischen Formationen und spektakulären Gewalttaten auf, die das Leben in den westlichen Demokratien erschüttern. Vom autoritären Populismus bis hin zu Massenerschießungen, fremdenfeindlichem Nationalismus und der Verlockung konspirativen Denkens - Schneider argumentiert, dass der moderne Dschihad nicht die Antithese des Neoliberalismus ist, sondern vielmehr ein dunkles Spiegelbild seiner inneren Logik.
Die Apokalypse und das Ende der Geschichte ist mit der Sensibilität eines politischen Theoretikers geschrieben und basiert auf umfangreichen Recherchen in einem breiten Spektrum von Quellen, von der islamischen Rechtsprechung über populäre Rekrutierungsvideos und zeitgenössische apokalyptische Literatur bis hin zu den arabischsprachigen Publikationen des Islamischen Staates. Das Buch untersucht den modernen Dschihad als Bild einer potenziellen dunklen Zukunft, die bereits von neoliberalen Lebensformen eingeläutet wird. Schneider untersucht Vorstellungen von Staat, Gewalt, Identität und politischer Gemeinschaft und argumentiert, dass der moderne Dschihad und der Neoliberalismus zwei Versionen einer Politik des Scheiterns sind: die Unfähigkeit, sich ein besseres Leben hier auf Erden vorzustellen.