
Mandatory Separation: Religion, Education, and Mass Politics in Palestine
Ist Religion eine Quelle politischer Stabilität und sozialer Kontinuität oder ein Faktor des radikalen Wandels? Diese Frage, die in der heutigen Diskussion über Religion und Extremismus eine zentrale Rolle spielt, hat im letzten Jahrhundert unterschiedliche Antworten hervorgebracht.
Anhand der jüdischen und islamischen Bildung beleuchtet Mandatory Separation die Konturen dieser Debatte in Palästina während der prägenden Zeit der britischen Herrschaft und zeigt auf, wie koloniale, zionistische und palästinensisch-muslimische Führer konkurrierende Ansichten über die Form und Funktion religiöser Bildung in einem Zeitalter der Massenpolitik entwickelten. Anhand von Archivunterlagen, Lehrplänen, Schulbüchern, Zeitungen und persönlichen Erzählungen zeigt Suzanne Schneider, dass die britische Mandatsregierung die religiöse Erziehung als vermeintliches Gegenmittel zu nationalistischen Leidenschaften genau zu dem Zeitpunkt unterstützte, als die verwaltungstechnische, pädagogische und lehrplanmäßige Umgestaltung der religiösen Schulbildung diese zu einem wichtigen Instrument für zionistische und palästinensische Führer machte.
Diese Studie über ihre Politik und Praxis beleuchtet die Spannungen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen diesen verschiedenen pädagogischen und politischen Philosophien und zeigt die dauerhafte Bedeutung dieser Debatten für das Denken über Religion und politische Identität im modernen Nahen Osten auf.