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The Berber Identity Movement and the Challenge to North African States
Wie viele indigene Gruppen, die jahrhundertelang unterdrückt wurden, fordern auch die Berber/Amazigh-Völker Nordafrikas sprachliche und kulturelle Anerkennung und die Wiedergutmachung von Ungerechtigkeiten. Tatsächlich strebt die Bewegung nichts Geringeres an als eine Neugestaltung der Identität der nordafrikanischen Staaten, eine Neuschreibung ihrer Geschichte und eine grundlegende Veränderung der Grundlagen des kollektiven Lebens.
Damit stellt sie eine Herausforderung für die bestehenden politischen und soziokulturellen Ordnungen in Marokko und Algerien dar und bildet gleichzeitig einen wichtigen Gegenpol zur oppositionellen islamistischen Strömung. Dies ist die erste Studie in Buchform, die den Aufstieg der modernen ethnokulturellen Berber/Amazigh-Bewegung in Nordafrika und der berberischen Diaspora analysiert. Bruce Maddy-Weitzman zeichnet zunächst die Geschichte Nordafrikas aus der Perspektive der einheimischen Berber und ihrer Interaktionen mit mächtigeren Gesellschaften nach, von der hellenischen und römischen Zeit über ein Jahrtausend des Islam bis hin zur Ära des westlichen Kolonialismus.
Anschließend konzentriert er sich auf die Marginalisierung und das schließliche Wiederauftauchen der Berberfrage im unabhängigen Algerien und Marokko vor dem Hintergrund der wachsenden Legitimitätskrise der Regime in beiden Ländern. Seine Untersuchung beleuchtet viele Themen, darunter die Gestaltung offizieller nationaler Narrative und Politiken, die darauf abzielen, die Berber in einem arabisch-nationalistischen und islamisch geprägten Universum unterzuordnen; das Aufkommen einer Gegenbewegung, die eine expansive berberische "Vorstellung" fördert, die die Rechte von Minderheiten und indigenen Völkern betont; und die internationalen Aspekte des modernen Berberismus.