
Amazigh Politics in the Wake of the Arab Spring
Im Fernsehen fand der Arabische Frühling in Kairo, Tunis und den Stadtstaaten des Persischen Golfs statt.
Doch das Drama von 2010 und das Jahrzehnt des darauf folgenden Aktivismus reichten über die Städte hinaus - und sogar über die Araber. Bruce Maddy-Weitzman beleuchtet die anhaltende politische Bewegung der nordafrikanischen Amazigh nach dem Arabischen Frühling.
Die Amazigh-Bewegung hat nicht mit dem Arabischen Frühling begonnen, aber sie hat sich seither erheblich verändert. Amazigh Politics in the Wake of the Arab Spring (Die Politik der Amazigh im Gefolge des Arabischen Frühlings) beschreibt die zunehmend materiellen Ziele des Amazigh-Aktivismus, da sich der Protest von der Arena der ethnokulturellen Anerkennung auf die der rechtlichen und sozioökonomischen Gleichheit verlagert hat. Die Amazigh-Gemeinschaften reagierten auf die Freiheitskämpfe um sie herum, indem sie territoriale und verfassungsrechtliche Ansprüche geltend machten und gleichzeitig die offizielle Diskriminierung und Vernachlässigung ablehnten.
Arabische Aktivisten, die vom postkolonialen Nationalismus durchdrungen sind und ihre hegemoniale Position schützen wollen, verweigerten ihnen weitgehend die Unterstützung, doch die schwankenden Regime waren gezwungen, auf die sich verschärfenden Forderungen der Amazigh einzugehen, da sie sonst ihre fadenscheinige Legitimität aufs Spiel setzten. Heute ist die Amazigh-Frage größer denn je, da die nordafrikanischen Regierungen die Interessen der Bewegung nicht länger ignorieren können.